Das Vergleichsportal Check24 hat vor dem Landgericht Berlin eine Niederlage gegen die Huk-Coburg Versicherungsgruppe hinnehmen müssen, wie diese in einer Pressemitteilung schreibt. Konkret geht es um den "Kündigungsservice" des in München ansässigen Online-Riesen.

Check24 hat demnach bislang Kunden bei einem Wechsel hin zu einem anderen Kfz-Versicherer unterstützt und die Kündigungserklärung bei der alten Gesellschaft durch einen Boten oder Vermittler eingereicht. Diesen Service bewarb das Portal laut der Pressemitteilung als "gültig und rechtskonform" – zu Unrecht, wie der Versicherer meinte.

Einstweilige Verfügung akzeptiert
Die Huk-Coburg hatte dergestalt übermittelte Kündigungen zurückgewiesen, weil ihrer Auffassung nach eben nicht rechtlich gesichert sei, dass der Kunde diesen Schritt wirklich veranlasst hatte. Ihrer Meinung nach sei es notwendig, dass gleichzeitig mit der Kündigung durch einen Boten eine Vollmachtsurkunde vorliegen muss. Das geschah aber offenbar nicht. 

"Das Landgericht Berlin bestätigte dem Versicherer in seinem Beschluss vom 30. Dezember 2019 (Az. 15 O 605/19), richtig gehandelt zu haben", schreibt die Huk-Coburg. Das Vergleichsportal habe die einstweilige Verfügung akzeptiert und sich in einer Abschlusserklärung verpflichtet, nicht länger zu behaupten, dass seine Kündigungen gültig und rechtskonform sind.

Streit um "Nirgendwo-Günstiger-Garantie"
Das Vergleichsportal für Versicherungen, Kredite und Reisen muss öfter vor Gericht. Die Huk-Coburg etwa führt vor dem Landgericht Köln noch einen anderen Rechtsstreit mit Check24 – über dessen sogenannte "Nirgendwo-Günstiger-Garantie". Der Vergleicher versucht Kunden mit dem Versprechen anzulocken, dass diese nur bei dem Portal die günstigsten Versicherungstarife bekommen. Die Huk-Coburg hält das für irreführend, da nicht alle Versicherer auf dem Portal zu finden sind. (jb)