Die deutsche Finanzaufsicht Bafin hat die erste Stufe einer europaweiten Prüfung zur Liquidität in Publikumsfonds eingeleitet. Dies teilte die Behörde auf Anfrage von FONDS professionell ONLINE mit. Die europäische Finanzaufsicht ESMA hatte eine umfassende Untersuchung anberaumt. Diese soll abklopfen, wie gut Asset Manager im Tagesgeschäft die Vorgaben zur Zahlungsfähigkeit von Ucits-Fonds einhalten. Die Kontrolle setzen die nationalen Aufsichtsbehörden um.

Die Luxemburger Aufsicht CSSF hatte bereits mitgeteilt, Fragebögen an eine repräsentative Gruppe von Ucits-Anbietern im Großherzogtum geschickt zu haben. Damit lotet sie aus, wie die Fondsmanager sicherstellen, dass sie auch massive Anteilsrückgaben von Anlegern bewältigen können. Die Kontrolleure würden sich bei den Fragen und der Auswertung auf eine von der ESMA vorbereitete, für ganz Europa einheitliche Methodik stützen, so die CSSF. Auch die österreichische FMA hat ein solches Prüfverfahren eingeleitet.

In illiquiden Fonds gefangen
Einer der Anlässe hierfür waren die Affären rund um den ehemaligen GAM-Portfoliolenker Tim Haywood und den Ex-Starmanager Neil Woodford. Diese hatten en gros illiquide Papiere für ihre Fonds gekauft. Die meisten ihrer Vehikel mussten aufgelöst werden. In der Branche ist schon mehrfach die Frage nach strikteren Regeln zur Liquiditätssteuerung in Publikumsfonds aufgeworfen worden.(ert)