Zwei frühere Top-Manager der Maple Bank sind wegen der Verstrickung in den Cum-Ex-Skandal offenbar in Untersuchungshaft gelandet, berichten mehrere Medien. Demnach soll die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt die beiden Beschuldigten vorläufig festgenommen haben. Der Wirtschaftszeitung "Handelsblatt" zufolge handelt es sich bei einem der beiden Inhaftierten um den ehemaligen Deutschland-Chef der Maple-Bank. Die Generalstaatsanwaltschaft bestätigte weder Angaben zu den Verdächtigen noch den Namen des Instituts.

Die Maple-Bank war in erheblichem Maße in den Skandal um die mehrfache Rückerstattung von nur einmal gezahlter Kapitalertragsteuer auf Aktiendividenden verstrickt. Dabei schoben Investoren rund um den Dividendenstichtag Aktien mit ("cum") und ohne ("ex") Ausschüttungsanspruch solange hin und her, bis dem Fiskus nicht mehr klar war, wem sie überhaupt gehörten. Dadurch ist dem Staat ein Schaden in Milliardenhöhe entstanden.

Steueranwalt in Gewahrsam
Das Institut mit Sitz in Frankfurt war von der Finanzaufsicht Bafin 2016 geschlossen worden, weil ihr wegen der Steuerrückforderung aus der Cum-Ex-Affäre die Überschuldung drohte. Dabei soll es um einen Schaden von 383 Millionen Euro gehen. Jüngst war auch der ehemalige Steuerchef der prominenten Anwaltskanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer in Untersuchungshaft gelandet. Ihm wird Beihilfe zur Steuerhinterziehung vorgeworden.

Die Kanzlei soll die Maple-Bank beraten und die Unbedenklichkeit der Cum-Ex-Deals bescheinigt haben. Im Sommer hatte der Ex-Steuerchef von Freshfields den Ermittlern gegenüber bestritten, in die illegalen Geschäfte involviert gewesen zu sein. Er habe nicht gewusst, dass seine Mandanten sich anders verhalten hätten, als von ihm begutachtet. Die Behörde ermittelt nach eigenen Angaben gegen 18 Beschuldigte.

Bröckelnde Verteidigung
Vor dem Landgericht in Bonn wird derzeit der erste große Strafprozess in Deutschland rund um die Cum-Ex-Machenschaften verhandelt. Dabei geht es um einen Steuerschaden von 440 Millionen Euro. Die Bonner Richter kamen bereits zu der Ansicht, dass der Tatbestand der schweren Steuerhinterziehung erfüllt sei. Dies erhöht den Druck auf die Beschuldigten in anderen Verfahren. Im Zuge dessen gab jüngst auch die Privatbank M.M.Warburg ihre Abwehrhaltung auf und sucht nunmehr eine Einigung mit dem Fiskus. Zuvor hatte das Institut stets behauptet, die Geschäfte seien in Ordnung gewesen. (ert)