Die Verbraucherzentrale (VZ) Hamburg plant, gerichtlich gegen die Allianz vorzugehen. Die Verbraucherschützer werfen dem Versicherer nach einem Bericht des Magazins "Euro am Sonntag" irreführende Werbung für die private Rentenversicherung Indexselect vor. Dieses sei nach letztverfügbaren Zahlen das "erfolgreichste kapitalmarktnahe Versicherungsprodukt" der Allianz.

Laut dem Bericht moniert die Verbraucherzentrale, dass die Allianz das "gute Ansehen von Indexfonds" nutze, ohne tatsächlich die vollen Vorteile dieser Produktgattung zu bieten. So wird nach Meinung der VZ Hamburg auf der Internetseite des Versicherers suggeriert, dass Kunden von der Entwicklung des europaweiten Index Euro Stoxx 50 profitieren würden. In Wirklichkeit fließe aber lediglich die Überschussbeteiligung in Optionen auf den Index. Daher hatte auch der Bund der Versicherten im vergangenen Jahr die Indexpolicen der Allianz kritisiert (lesen Sie zu dem Thema auch unseren Artikel "Indexpolicen: Denn sie wissen nicht, was sie (ver-)kaufen").

Die Verbraucherzentrale hatte die Allianz dem Bericht zufolge bereits im vergangenen Mai zu einer Unterlassungserklärung aufgefordert, was der Konzern ablehnte. Ein Sprecher der Allianz habe gegenüber "Euro am Sonntag" betont, dass man die Kritik nicht nachvollziehen könne und daher die Internetdarstellung beibehalte. (jb)