Die Luxemburger Finanzaufsicht CSSF warnt aktuell vor einer Firma namens "Insight Managed Funds". Das Unternehmen behauptet auf seiner Website, es unterstehe der Aufsicht der CSSF. Dies sei falsch, warnt die Behörde aus dem Großherzogtum. Das Unternehmen Insight Managed Funds sei den Aufsehern unbekannt, es dürfe keine Finanzdienstleistungen in oder von Luxemburg aus erbringen.

Offensichtlich versuchen mutmaßliche Betrüger in diesem Fall, einen in der Fondswelt durchaus bekannten Namen zu missbrauchen: Denn Insight Liquidity Funds plc (ILF) existiert tatsächlich – es handelt sich dabei um eine OGAW-Fondspalette, die von der irischen Zentralbank CBI zugelassen und reguliert ist.

Hinter ILF steht Insight Investment, ein 2002 gegründeter Fondsanbieter, der seit 2009 zu BNY Mellon Asset Management gehört. Insight verwaltet weltweit fast 700 Milliarden Euro, vor allem in Anleihe- und Absolute-Return-Mandaten für institutionelle Investoren. Gemessen am verwalteten Vermögen ist Insight Investment damit beinahe so groß wie die DWS.

"Den Markennamen Insight missbraucht"
"Insight Liquidity Funds plc hat keine Verbindung zu Insight Managed Funds", betont Insight Investment auf Anfrage von FONDS professionell ONLINE. Insight Managed Funds stehe im Verdacht, "den Markennamen Insight missbraucht zu haben, um einen Anlagebetrug zu versuchen". Insight Investment vermutet, dass Insight Managed Funds "die Verbindung mit Insight Liquidity Funds plc beansprucht, um als authentischer Anbieter zu erscheinen".

Als Insight Investment Ende Oktober 2018 von der "verdächtigen Tätigkeit" erfuhr, reagierte das Unternehmen prompt: Es warnte nicht nur seine Kunden, sondern meldete Insight Managed Funds auch an drei Aufsichtsbehörden: die britische FCA, die Luxemburger CSSF sowie die irische CBI. "Der Schutz unserer Kunden hat für uns höchste Priorität", heißt es in der Stellungnahme an FONDS professionell ONLINE. Die eingeleiteten Schritte hätten dafür gesorgt, dass keine Insight-Investment-Kunden von den Machenschaften betroffen waren.

E-Mail ist unzustellbar
Die Website von Insight Managed Funds hat auf den ersten Blick einen professionellen Anstrich. Das unabhängige Trading-Haus sei 2005 gegründet worden und habe sich an den Kapitalmärkten eine gute Reputation aufgebaut, heißt es dort. FONDS professionell ONLINE versuchte am Mittwoch, mit dem angeblich in London ansässigen Anbieter Kontakt aufzunehmen – vergebens, denn die E-Mail kam als unzustellbar zurück. Mittlerweile wird die Website von einigen Internet-Browsern blockiert.

Dass mutmaßliche Betrüger versuchen, bekannte Namen aus der Investmentwelt für ihre Zwecke zu missbrauchen, kommt häufiger vor: Im September vergangenen Jahres musste sich der Frankfurter Vermögensverwalter Acatis Investment gegen eine unbekannte Firma wehren, die versuchte, unter ihrer Marke Unbedarften eine Kryptowährungsneuemission zu verticken. Wenige Monate zuvor war bekannt geworden, dass Betrüger den Namen der Düsseldorfer Quant Capital Management nutzten, um Privatleuten Beteiligungen an Börsengängen zu verkaufen. (bm)