Negativzinsen: Commerzbank verschickt 40.000 Briefe
Als die Leitzinsen der Europäischen Zentralbank plötzlich ein Minus trugen, baten zahlreiche Banken Kunden mit hohen Einlagen über "Verwahrentgelte" zur Kasse. Die Commerzbank führte solche Gebühren auch für Sparkonten ein. Das war nicht erlaubt. Jetzt können sich Betroffene dieses Geld zurückholen.
Die Commerzbank hat am Freitag (28.11.) etwa 40.000 Kunden angeschrieben und sie auf unwirksame Verträge hingewiesen. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Die Kunden können nun zu Unrecht verlangte Negativzinsen zurückverlangen.
Die Bank hatte im Sommer 2021 ein "Verwahrentgelt" von zeitweise 0,5 Prozent für Sparguthaben über 50.000 Euro eingeführt – und damit die damals geltenden Negativzinsen der Europäischen Zentralbank (EZB) zumindest zum Teil an ihre Kunden weitergereicht.
Überschaubare Millionen-Summe
Die Sparer bekommen das Geld nicht automatisch erstattet, sondern müssen von sich aus aktiv werden. Machen alle 40.000 Kundinnen und Kunden, um die es Schätzungen zufolge geht, davon Gebrauch, müsste die Commerzbank wohl rund zehn Millionen Euro zurückzahlen, so die "SZ".
Die Bank habe auf Anfrage weder die Summe noch die Zahl der Briefe dementiert, berichtet die Zeitung. Das Institut habe mitgeteilt, mit der Maßnahme zwei Gerichtsurteile umzusetzen.
Ein Verwahrentgelt auf Sparkonten war unzulässig
Auch andere Privatbanken und einige Sparkassen hatten zeitweise Negativzinsen verlangt, in aller Regel aber nur für Girokonten. Bei der Commerzbank galt das Verwahrentgelt allerdings für Tagesgeld- und Sparkonten, bei denen Negativzinsen unzulässig waren, wie der Bundesgerichtshof (BGH) im Februar 2025 geurteilt hatte (Az.: ZR 102/24). Negativzinsen stünden der Idee des Sparens diametral entgegen, argumentierten die Karlsruher Richter.
Das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt urteilte im Juni 2025 (Az.: 3 U 286/22), dass die Vereinbarungen der Commerzbank zu den Verwahrentgelten auf Sparkonten unwirksam waren. Das OLG verpflichtete die Bank außerdem dazu, die Betroffenen schriftlich darüber zu informieren. "Genau deshalb gingen am Freitag die schätzungsweise mehr als 40.000 Briefe an Kundinnen und Kunden", schreibt die "SZ". (fp)













