Seinen ersten Auftritt vor dem Finanzausschuss des Bundetages scheint der künftige Präsident der Finanzaufsicht Bafin, Mark Branson, mit Bravour absolviert zu haben. Branson stellte sich am Mittwoch (24. März) 90 Minuten lang den Fragen der Ausschussmitglieder. Im Anschluss an die nicht-öffentliche Sitzung zeigten sich Teilnehmer vom designierten Bafin-Chef durchaus angetan. Dies berichten diverse Medien, darunter die "Süddeutsche Zeitung" (SZ), die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) und die Nachrichtenagentur Bloomberg.

"Mark Branson verbindet internationales Profil mit Schweizer Pragmatismus, er strahlt hohe Motivation aus", sagte der FDP-Abgeordnete Florian Toncar der SZ zufolge nach der Ausschusssitzung. Dafür, dass er in der Lage sein dürfte, die Bafin neu aufzustellen, spricht Bransons Erfahrung. Der studierte Mathematiker stieß im Jahr 2010 zur Schweizer Finanzaufsichtsbehörde Finma, seit 2014 steht er als Direktor an der Spitze der Behörde. Zuvor war der 52-Jährige, der die britischen und die schweizerische Staatsbürgerschaft besitzt, zwölf Jahre lang bei der Schweizer Bank UBS tätig und dort zuletzt für Finanzen und Risikokontrolle zuständig.

Kulturwandel bei der Bafin erforderlich
Kritik übte Toncar daran, dass Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) den personellen Neustart bei der Bafin nicht schon vergangenen Sommer in die Wege geleitet habe, schreibt die SZ. Jetzt sei es wichtig, dass der neue Chef das richtige Team bekomme. Bei der Bafin sei ein Kulturwandel dringend erforderlich, befand die finanzpolitische Sprecherin der Unionsfraktion Antje Tillmann. "Bei Finanzaufsicht, Bilanzkontrolle und Geldwäscheaufsicht muss die Bafin eine Kultur des Hinsehens erhalten", sagte sie. Der Finanzexperte der Linken, Fabio De Masi, forderte, die Bafin mit mehr Personal auszustatten, berichtet die SZ. Neben Investitionen in künstliche Intelligenz seien vor allem Investitionen in natürliche Intelligenz nötig. "Herr Branson verdient eine faire Chance", erklärte der Linken-Politiker. 

Branson selbst habe vor den Parlamentariern nicht allzu viel zur Bafin sagen wollen, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Er sei noch ein Außenseiter und wolle sich zunächst sein eigenes Bild machen. Klar sei jedenfalls, dass Deutschland eine "Aufsicht von Weltklasse" brauche. Dieser Wandel werde aber Zeit brauchen, sagte Branson. Dafür bat er bereits im Voraus um Verständnis. (am)