Die Bundesregierung will stärker gegen Geldwäsche vorgehen und dabei bestimmte Berufsgruppen zu größeren Vorsorgemaßnahmen verpflichten. Dies berichten diverse Medien, unter anderem die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ). Zu den betroffenen Berufsgruppen zählen auch Immobilienvermittler, wie aus einem Gesetzentwurf hervorgehe, der an diesem Mittwoch (31. Juli) im Bundeskabinett verabschiedet werden soll. Das geplante Gesetz soll eine EU-Geldwäscherichtlinie in deutsches Recht umsetzen.

"Geldwäsche ist in unserem Land ein ernstes Problem. Das müssen wir beseitigen", sagte Finanzminister Olaf Scholz (SPD) den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Vor allem auf dem Immobilienmarkt müsse genauer hingeschaut werden, so Scholz.

Immobilienmakler können Geldwäsche nur schwer erkennen
Die deutschen Immobilienmakler seien auch durchaus bereit, sich am Kampf gegen Geldwäsche zu beteiligen, schreibt die FAZ und bezieht sich dabei auf ein Statement des Maklerverbandes IVD. Dieser vertritt rund 4.500 Einzelunternehmen. "Allerdings haben es die Verpflichteten sehr schwer, Geldwäsche zu erkennen", zitiert die Zeitung Christian Osthaus, Leiter der Abteilung Recht beim IVD. Dies liege hauptsächlich daran, dass sie nicht an der eigentlichen Finanztransaktion beim Immobilienverkauf oder der Vermietung beteiligt sind. 

Die zentrale Anti-Geldwäsche-Einheit des Bundes, die beim Zoll angesiedelte Financial Intelligence Unit (FIU), hatte vor einiger Zeit in ihrem Jahresbericht 2018 eine "extreme Anfälligkeit" des Immobilienmarktes für dubiose Deals festgestellt. Demnach hatten von 77.252 Verdachtsmeldungen auf Geldwäsche oder Terrorismusfinanzierung nur etwa 3.800 Fälle den Immobiliensektor betroffen. Das deutet darauf hin, dass es in diesem Sektor sehr schwierig ist, kriminelle Machenschaften aufzudecken. Die FIU solle künftig einen besseren Zugriff auf die Daten anderer Ermittlungsbehörden bekommen, erklärte Scholz der FAZ zufolge.

Strengere Vorschriften auch für Goldkäufe
Außer für die Immobilienbranche sollen auch für Edelmetallhändler und Auktionshäuser Verschärfungen eingeführt werden. So plant die Bundesregierung, im kommenden Jahr die Obergrenze herabzusetzen, bis zu der Anleger in Deutschland ohne Angabe ihrer persönlichen Daten Gold kaufen können. Nur noch Käufe bis zu 2.000 Euro sollen ohne Vorlage des Personalausweises möglich sein. (am)