Anleger des Goldmetallhändlers PIM Gold müssen weiter warten, bis Klarheit über den weiteren Verlauf des Insolvenzverfahrens herrscht. Eine für Ende März geplante Gläubigerversammlung musste wegen der Corona-Krise verschoben werden. Das ist doppelt schade, denn eigentlich hätte der Insolvenzverwalter ein paar gute Neuigkeiten im Gepäck gehabt: Renold Metoja hat Gold wiedergefunden, das er Gläubigern auszahlen kann.

Das im südhessischen Heusenstamm ansässige Unternehmen steht im Verdacht, ein Schneeballsystem betrieben zu haben. Die Gesellschaft soll Kunden über Händler angeboten haben, ihr Geld im Altgoldhandel zu verwenden und sie an den Erträgen eines ominösen "Gold-Recyclingkreislaufs" zu beteiligen. Neu eingeworbene Kundengelder seien laut Medienberichten dann aber vor allem dazu verwendet worden, um Altanleger auszuzahlen und die Provisionen der Vermittler zu bedienen.

Eine Tonne Gold gefunden
Für die Anleger, die zu Gläubigern wurden, ist aber entscheidender, wie viele Vermögenswerte, also vor allem Gold, zur Deckung ihrer Ansprüche existieren. Hierbei gibt es eine erhebliche Diskrepanz zwischen den bei PIM Gold tatsächlich gefundenen Goldbeständen und den laut Rechnungslegung angeblich vorhandenen. Gläubiger haben Forderungen von bis zu 155 Millionen Euro angemeldet. Dem standen jedoch nur Vermögenswerte in Höhe von 17 Millionen Euro gegenüber – bisher.

Einem Bericht des Handelsblattes zufolge, den der Insolvenzverwalter FONDS professionell ONLINE auf Anfrage bestätigt hat, konnte Metoja in den vergangenen Wochen und Monaten weitere Vermögenswerte von knapp 32,5 Millionen Euro sichern. Es handele sich dabei überwiegend um Feingold- und Schmuckbestände, die von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt worden waren. Sie befinden sich in verplombten Säcken, die Metoja im Februar unter hohen Sicherheitsvorkehrungen abholen ließ. Der Insolvenzverwalter schätzt, dass in den diversen Behältnissen knapp eine Tonne Gold liegt.

Andere Assets?
Andere Vermögenswerte konnten allerdings nicht gesichert werden. So sollen sich laut Handelsblatt Feingoldbestände von 576 Kilogramm bei der türkischen Scheideanstalt Nadir in Istanbul befinden. Deren Marktwert würde sich auf 26 Millionen Euro belaufen. Der Wirtschaftszeitung zufolge ist Metoja jedoch skeptisch, ob das Gold nicht schon in der Türkei ausgeliefert wurde.

Und schließlich existieren offenbar noch drei Millionen Euro in bar, die Staatsanwälte bei der PIM gesichert hatten. Es soll sich um Gelder handeln, die von verurteilten Betrügern stammen: Nach Angaben des Handelsblattes, das sich auf Informationen der Fahnder beruft, hatten Täter mit dem Online-Fake-Shop K.K. Gregor Technik (KKG) Millionen ergaunert und damit Goldbarren bei PIM geordert. Allerdings verweigern die Fahnder die Herausgabe desr Mittel, so die Zeitung. (jb)