Die Staatsanwaltschaft Darmstadt hat Anklage gegen den insolventen Goldhändler PIM Gold erhoben. Konkret möchten die Ermittler zwei Männer vor Gericht stellen, wie das "Handelsblatt" unter Berufung auf die Behörde meldet. Dabei dürfte es sich der Zeitung zufolge um den ehemaligen Firmenchef sowie den langjährigen Chef des Vertriebsarms von PIM Gold handeln, der Premium Gold Deutschland (PGD). Die Strafverteidiger der beiden waren für Stellungnahmen des Handelsblattes nicht zu erreichen gewesen.

Die Ermittlungsbehörde hatte Anfang September 2019 den Firmensitz von PIM Gold in Heusenstamm bei Frankfurt durchsucht, unter anderem wegen des Verdachtes auf "gewerbsmäßigen Betrug". Wie die Düsseldorfer Wirtschaftszeitung damals ausführte, sollen neu eingeworbene Kundengelder dazu eingesetzt worden sein, um Altanleger auszuzahlen und die Provisionen der Vermittler zu bedienen. Das Modell des Goldhändlers sah so aus: Kunden sei in Aussicht gestellt haben, ihr Geld im Altgoldhandel zu verwenden und sie an den Erträgen eines "Gold-Recyclingkreislaufs zu beteiligen". Unterm Strich hätten die geschlossenen Verträge daher Kapitalanlagen geähnelt, die von Vermittlern vertrieben wurden. Das Gold sollte bei der Firma gelagert werden.

Jede Menge Gold fehlt
Nach der Razzia der Staatsanwaltschaft hat PIM Gold Insolvenz angemeldet. Insolvenzverwalter Renald Metoja von der Kanzlei Eisner versucht seither, Geld und Vermögenswerte für die Gläubiger einzusammeln.

Laut den Büchern von PIM Gold hätten 3,38 Tonnen des Edelmetalls bei der Gesellschaft liegen sollen, gefunden wurde bisher aber nur ein Bruchteil. Dieser hat nach aktuellem Stand einen Wert von rund 32 Millionen Euro, denen Forderungen von Kunden in Höhe von bis 155 Millionen Euro entgegenstehen. Metoja hat die Gläubigerversammlung nun auf den 20. September gelegt. Ursprünglich hätte das Treffen schon im Februar stattfinden sollen, musste aber wegen organisatorischer Pannen und der Corona-Krise verschoben werden. (jb)