In den vergangenen Tagen bekamen Anleger der P&R-Gruppe Post von den Insolvenzverwaltern Michael Jaffé und Philip Heinke. Mit den darin enthaltenen Unterlagen können die Geldgeber nun ihre Forderungen gegen die insolventen P&R-Gesellschaften anmelden – allerdings erst rund zwei Wochen später als erwartet. Die Insolvenzverwalter hatten wie berichtet angekündigt, die Formulare zur Vereinfachung des Verfahrens vorauszufüllen. Die Anmeldefrist endet bereits am 14. September.

Widerspruch wird nicht geduldet
Nun liegen die Schreiben vor und es sieht danach aus, dass es sich die Insolvenzverwalter selbst sehr einfach machen. Die strittige Eigentumsfrage hält die Kanzlei Jaffé für geklärt. Daher sollen die Anleger mit der Unterschrift unter ihrer Forderungsanmeldung bestätigen, dass sie "keine Aussonderungs- oder Absonderungsrechte geltend machen". Hintergrund dazu: Als rechtmäßige Eigentümer der Container wären die Anleger keine "normalen" Gläubiger, sondern anders zu behandeln.

Gleichzeitig drohen Jaffé und Heinke den Anlegern, dass sie deren Forderungen auf jeden Fall bestreiten werden, wenn sie die Eigentumsfrage stellen und sich nicht als gewöhnliche Gläubiger mit den ermittelten Schadenersatzforderungen zufrieden geben. Außerdem könnten die Investoren "die Container ohnehin nicht selbst verwerten", meinen die Insolvenzverwalter.

Das ist ein oft vorgetragenes Druckmittel, das nur wirken kann, wenn es die Anleger nicht besser wissen: Selbstverständlich könnten Anleger die an sie ausgesonderten Container an einen neuen Manager übergeben, der sich um die Vermarktung der Boxen kümmert. Laufende Mietverhältnisse müssten damit nicht berührt werden.

Insolvenzverwalter bieten anwaltliche Vertretung an
Abgesehen davon sollten die Anleger wissen, dass sich die ermittelten Forderungen nur auf vertragliche Ansprüche beziehen, und nicht auch auf Ansprüche aus unerlaubten Handlungen. "Das bedeutet: Deliktische Ansprüche, wie sie aufgrund fehlender Container, falscher Zertifikate und fehlerhaft verwendeter Anlegergelder gerade im Raum stehen, werden nicht geltend gemacht", erklärt Rechtsanwalt Heinz-Gerd Pinkernell, Partner der Kanzlei GGV.

Abschließend unterbreiten die Insolvenzverwalter noch einen Vorschlag, der vielleicht gut gemeint, aber praktisch schlecht gemacht ist. Jene Anleger, die nicht zur bevorstehenden Gläubigerversammlung in München gehen wollen, können auf der Forderungsanmeldung mit einem schlichten "Ja“ erklären, dass sie "anwaltlich vertreten werden“ wollen. "Hierdurch entstehen Ihnen aller Voraussicht nach keine Kosten", heißt es. Der Anwalt, der die fernbleibenden Anleger "nur im Termin" vertreten werden soll, wird namentlich nicht genannt. Trotzdem vorauszuschicken, dass die Vertretung kostenlos sein werde, ist gewagt. Und man darf davon ausgehen, dass Jaffé keinen Anwalt bestellen wird, der ihm unangenehm ist. (ae)