Die Quirin Bank hat Ärger mit der Finanzaufsicht Bafin. Die Behörde wirft dem auf Honorarberatung spezialisierten Kreditinstitut laut einer Mitteilung vor, Geschäfte im Rahmen der Finanzportfolioverwaltung getätigt zu haben, die nach den eingeholten Informationen für einige Kunden nicht geeignet waren. Als Folge hat sie wegen dieses, aus ihrer Sicht, Verstoßes gegen Paragraf 64 Absatz 3 Satz 2 Wertpapierhandelsgesetz eine Geldbuße in Höhe von 210.000 Euro verhängt.

Die Bank weist diesen Vorwurf auf Nachfrage von FONDS professionell ONLINE "vollumfänglich zurück". "Wir haben im Zeitraum Januar bis Mai 2018 (wie zu jedem anderen Zeitpunkt auch!), auf den die Bafin im laufenden Verfahren abstellt, ausschließlich für den Kunden geeignete Finanzinstrumente erworben." Daher hat das Institut am 14. Dezember vor Gericht Einspruch gegen den Bußgeldbescheid eingelegt.

Streit um Laufzeit von Wertpapieren
Worum geht es? Nach Angaben von Quirin stößt sich die Aufsicht daran, dass die in Berlin ansässige Bank in 149 von über 10.000 Kundenportfolios als Beimischung Wertpapiere mit einer Restlaufzeit von sechs Jahren erworben hat. "Diese Beimischung widerspricht nach Auffassung der Bafin dem Anlagehorizont dieser Kunden für das gesamte Vermögensverwaltungsportfolio, der zum damaligen Zeitpunkt bis zu fünf Jahre betrug", schreibt die Bank in einem Statement. Ihrer Ansicht nach ist der Erwerb von Wertpapieren mit einer im Einzelfall längeren Laufzeit indes kein Widerspruch zum grundsätzlichen Anlagehorizont des Kunden für eine Vermögensverwaltung. 

"Bei der Beurteilung der Geeignetheit darf nicht ein einzelnes darin enthaltenes Wertpapier betrachtet werden, sondern im Sinne des Portfolio-Gedankens ist die durchschnittliche Laufzeit des gesamten Portfolios entscheidend, analog des Duration-Prinzips im Anleihebereich", führt das Geldhaus des weiteren aus. Dementsprechend werde etwa bei Anleihe-ETFs oder anderen Rentenportfolios die mittlere Restlaufzeit ('Duration') zum Abgleich mit dem Anlagehorizont des Anlegers herangezogen. Ganz ähnlich verhalte es sich auch bei einer Vermögensverwaltung wie im vorliegenden Fall. (jb)