Regierung setzt Rotstift bei geplanter Frühstart-Rente an
Die amtierende Regierungskoalition plant, ab 2026 Kindern pro Monat zehn Euro für die Altersvorsorge zu geben – allerdings zunächst nur den Sechsjährigen, wie Medien berichten. Zudem steht wohl ein Termin für den Kabinetts-Beschluss der Riester-Reform.
Die Bundesregierung arbeitet mit Nachdruck an einigen Vorhaben zur Stärkung der privaten Altersvorsorge. Bei der geplanten Frühstart-Rente, mit der die amtierende Große Koalition einen frühzeitigen Einstieg in die kapitalgedeckte Altersvorsorge ermöglichen möchte, setzt sie aber den Rotstift an: Der Zuschuss für ein individuelles Depot soll zunächst auf einen Jahrgang beschränkt bleiben. Das berichten mehrere Medien, darunter "Tagesschau.de". Ferner wurde bekannt, dass das Bundeskabinett am 17. Dezember den Entwurf für eine Reform der privaten Altersvorsorge verabschieden möchte.
Ursprünglich plante die Regierung, dass im Rahmen der Frühstart-Rente alle Kinder und Jugendlichen zwischen sechs und 18 Jahren, die eine Bildungseinrichtung besuchen, einen staatlichen Zuschuss von zehn Euro pro Monat erhalten sollen. Nun will das Bundesfinanzministerium (BMF) ab 2026 vorerst nur die Sechsjährigen bedenken – ältere Kinder blieben damit außen vor. Grund sind die knappen Kassen, so "Tagesschau.de". Jahr für Jahr sollen dann aber die übrigen Alterskohorten hinzukommen, bis langfristig alle Sechs- bis 18-Jährigen die Förderung erhalten, wie im Koalitionsvertrag versprochen. Aber erst mal gehen die Sieben- bis 18-Jährigen leer aus.
Nur 50 Millionen Euro für Frühstart-Rente
Diese Information versteckt sich der Meldung zufolge in den 1.026 Seiten der sogenannten Bereinigungsvorlage. Das sind letzte Änderungsvorschläge für den Haushalt 2026. In "Kapitel 6002 Titel 63601 229" seien 50 Millionen Euro veranschlagt, die an die Deutsche Rentenversicherung für die Frühstart-Rente gehen sollen. Ausreichend für einen Jahrgang, aber eben nicht mehr.
"Tagesschau.de" berichtet unter Berufung auf Koalitionskreise weiter, dass Eltern sich selbst um ein privates Depot oder eine Versicherung für ihre Kinder kümmern müssten, um dann die Förderung abrufen zu können. Passiere das nicht innerhalb eines bestimmten Zeitraums, müssten Kinder automatisch eine Standardlösung zugeteilt bekommen. In einer Positivliste solle festgehalten werden, welche Anforderungen das Produkt erfüllen muss, damit sowohl eine Anlage etwa in ETFs als auch eine Versicherungslösung möglich wäre.
Riester-Reform noch dieses Jahr im Kabinett
Die Pläne für die Frühstart-Rente müssen aber noch in einem Gesetzentwurf präzisiert werden. Dagegen solle der Gesetzentwurf für die Reform der privaten Altersvorsorge und damit der Riester-Rente noch vor Weihnachten durch das Kabinett gehen – voraussichtlich am 17. Dezember, so "Tagesschau.de". Den Termin nennen aber auch andere Quellen, etwa der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK).
Die Regierung wolle sich dabei stark auf die Vorarbeit der Ampelkoalition stützen: das sogenannte Altersvorsorgedepot. Dieses ist ein vom Staat zertifiziertes Depot, in dem auch mit Fonds und ETFs Geld für die Rente zurückgelegt werden kann und das keine Kapitalgarantie beinhalten soll. (jb)















