Die Zeiten, in denen die Sachwertinvestmentbranche einen eigenen Verband hatte, nähern sich dem Ende: Die Mitglieder des BSI Bundesverband Sachwerte und Investmentvermögen, früher als Verband Geschlossene Fonds (VGF) bekannt, schließen sich zum Jahreswechsel dem Zentralen Immobilien Ausschuss (ZIA) an. Am Donnerstag habe die Mitgliederversammlung des ZIA diesem Schritt zugestimmt, wie mehrere Branchenmedien übereinstimmend berichten. Der "leere" BSI solle danach liquidiert werden.

Dass sich die verbliebenen Spieler am Sachwertinvestmentmarkt der Interessenvertretung der deutschen Immobilienwirtschaft anschließen, ist konsequent: Immobilienfonds sind seit geraumer Zeit das mit Abstand wichtigste Produkt der Branche, fast alle BSI-Mitglieder sind in diesem Markt aktiv.

Einen weiteren Grund, weshalb ein eigener Verband für geschlossene Fonds überflüssig wurde, lieferte 2013 das Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB): Seither vertritt der BVI Bundesverband Investment und Asset Management die Interessen aller Anbieter mit KAGB-regulierten Produkten – egal ob es sich um offene oder geschlossene Fonds handelt. Gespräche über ein Zusammengehen von BSI und ZIA hatte es schon Ende vergangenen Jahres gegeben (FONDS professionell ONLINE berichtete).

Gero Gosslar wird stellvertretender ZIA-Geschäftsführer
Der ZIA übernimmt die zehn Mitarbeiter der BSI-Geschäftsstelle, die dort die Abteilung "Investment" bilden sollen. Eric Romba, lange Jahre Hauptgeschäftsführer des BSI, wird nach einer Übergangszeit ausscheiden. Schleichend verabschiedet hatte er sich ohnehin schon: Der Jurist ist bereits seit Jahresbeginn als Partner der Rechtsanwaltskanzlei Lindenpartners tätig.

Für ihn rückt Gero Gosslar nach, der bislang das Brüsseler Büro des BSI leitet: Er wird ab Juli stellvertretender ZIA-Geschäftsführer. Zwei BSI-Vorstände, Jochen Schenk von Real I.S. und die Wirtschaftsprüferin Martina Hertwig, wechseln zudem ins ZIA-Präsidium. Anfang 2018 sollen sie dann in den ZIA-Vorstand wechseln. (bm)