Es ist schon fast fünf Jahre her, dass das Schweizer Bundesgericht die eidgenössische Finanzbranche mit einem Grundsatzurteil erschütterte (Aktenzeichen 4 A 127/2012): Seither steht fest, dass Banken und andere Finanzdienstleister in der Vermögenverwaltung jahrelang zu Unrecht Retrozessionen einbehalten haben (siehe auch FONDS professionell 1/2013, Seite 308). Diese Vermittlungsprovisionen stünden den Anlegern und nicht den Vermögensverwaltern zu, so die Richter. Experten schätzen die entsprechende Summe auf drei bis vier Milliarden Schweizer Franken.

Geld zurückfordern könnten nicht nur Schweizer Bürger, sondern auch "viele tausend Anleger aus Deutschland", schreibt der auf Forderungsmanagement spezialisierte Dienstleister Liti-Link in einer Pressemitteilung. Das gelte "auch für die mehr als 100.000 Anleger, die Selbstanzeige wegen Steuerhinterziehung erstattet haben".

Bislang hätten allerdings nur wenige Anleger aus Deutschland ihre Forderungen in der Schweiz geltend gemacht – oft aus Unkenntnis oder Furcht vor hohen Anwaltskosten. In vielen Fällen drohe daher die Verjährung von hohen finanziellen Ansprüchen. Diese Marktlücke will Liti-Link stoßen.

Kein Kostenrisiko für Anleger…
Mit einem neuen Online-Service namens "Retro-Back" will der Anbieter die "finanziellen Ansprüche von Anlegern gegenüber Schweizer Banken und Vermögensverwaltern" prüfen und diese vertraulich durchsetzen. "Anleger haben nun erstmals die Möglichkeit, ihre Ansprüche ohne Risiko mit großer Erfolgsaussicht zurückzuerhalten, bevor diese verjähren", schreibt das Unternehmen.

Liti-Link prüft die tatsächliche Höhe der Ansprüche in der Schweiz, stoppt die Verjährung und fordert die Gebühren von der Bank oder dem Finanzdienstleister für die letzten zehn Jahre zuzüglich Zinsen zurück. Das Unternehmen rechnet vor, dass es bei einem Depotwert von beispielsweise einer Million Euro und marktüblichen Retrozessionen von 0,5 bis 1,0 Prozent pro Jahr um eine mögliche Rückforderung von 50.000 bis 100.000 Euro plus Zinsen gehe.

… aber Liti-Link behält im Erfolgsfall 30 Prozent ein
Auf Anleger kommen zunächst keine Kosten zu. Wird die Forderung erfolgreich durchgesetzt, erhält Liti-Link nach Abzug von Gebühren und externen Aufwendungen eine Erfolgsbeteiligung von 30 Prozent. In Deutschland kooperiert Liti-Link mit der Kanzlei Rotter Rechtsanwälte aus München, die seit vielen Jahren Anleger vertritt. (bm)