Unerwartet kommt Bewegung in den seit 100 Verhandlungstagen laufenden Prozess gegen die Führungsriege der Frankfurter Immobiliengesellschaft S&K. Die Staatsanwaltschaft will aus "prozessökonomischen Gründen" einen Teil der Vorwürfe fallen lassen, wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) meldet. Einige Anleger, die ihr Geld bei Geschäften mit S&K verloren haben, haben noch eine weitere Nachricht erhalten, die ihnen nicht gefallen dürfte: Nach einem Bericht des "Manager-Magazins" fordert ein Insolvenzverwalter Geld von 1.400 Investoren, die in zwei der S&K-Fonds investiert hatten.

Die Strafverfolger planen laut FAZ konkret eine Teileinstellung des Verfahrens gegen die beiden S&K-Gründer Stephan Schäfer und Jonas Köller sowie drei weitere Beschuldigte: Die Betrugsvorwürfe sollen vom Tisch. Die Angeklagten müssten sich aber weiterhin wegen der Untreue beziehungsweise Beihilfe im Zusammenhang mit dubiosen Fonds- und Immobiliengeschäften verantworten.

Die Ermittler gehen davon aus, dass sie die zuletzt genannten Vorwürfe leichter nachweisen können. Zudem sei hier die Beweisaufnahme bereits erfolgt. Bei den Betrugsvorwürfen stehe das Gericht erst am Anfang, was den Prozess um weitere ein bis zwei Jahre in die Länge ziehen könnte. "Da kann man fragen: Wann nimmt das Verfahren ein Ende?" zitiert die FAZ Oberstaatsanwalt Noah Krüger, der das Verfahren leitet.

Insolvenzverwalter zieht gegen S&K-Anleger vor Gericht
Ehemalige Anleger von S&K, die in die Fonds Deutsche S&K Sachwerte Nr. 2 sowie in den S&K Real Estate Value Added investiert hatten, müssen sich auf eine gerichtliche Auseinandersetzung mit Insolvenzverwalter Achim Ahrendt von der Kanzlei Hermann Wienberg Wilhelm in Hamburg einstellen. Dieser hat bei Gericht Klage gegen die Geldgeber eingereicht und fordert Ausschüttungen zurück, die diese von der S&K-Gruppe erhalten hatten.

Dieses Ansinnen hatte Ahrendt bereits im vergangenen November verkündet und auch seine Gründe dargelegt (FONDS professionell ONLINE berichtete). Dem Artikel des Manager-Magazins zufolge hat aber nur eine Minderheit der Investoren Gelder zurückgezahlt. Wie Ahrendt dem Magazin mitteilt, hatte er von circa 3.700 Investoren, die zusammen rund 62 Millionen Euro in beide Fonds investiert hatten, etwa 15 Millionen Euro an Ausschüttungen zurückgefordert. Erhalten habe er aber lediglich zusammen nur gut vier Millionen Euro. (jb)