Die Corona-Krise hat das für Versicherungsvermittler immens wichtige regulatorische Thema eines Provisionsdeckels bei Lebensversicherungen vollkommen in den Hintergrund treten lassen – nachdem eine Entscheidung wegen Diskussionen innerhalb der Koalition ohnehin immer wieder vertagt worden war. Das könnte sich durch eine Antwort der Regierung auf eine Kleine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion zu den "Ergebnissen der Abfrage der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht zu Zahlungen an Versicherungsvermittler" vom 11. Dezember 2019 eventuell ändern (FONDS professionell ONLINE berichtete).

In dieser aktuellen Antwort hat die Bafin die allgemein gehaltenen Angaben zu den Provisionshöhen nach den verschiedenen Vermittlergruppen aufgeschlüsselt. Das klare Ergebnis: Mehrfachvertreter erhalten die höchsten Courtagen: Im Schnitt waren es 4,46 Prozent – bezogen auf sofort ausbezahlte und aufgeschobenen Abschlussprovisionen. Der Durchschnitt über alle Gruppen beträgt 3,25 Prozent, Makler kommen auf 3,47 Prozent.



Die Behörde schlüsselte auch auf, wie hoch die aufgeschobenen Courtagen sind: 0,87 Prozent für den gesamten Markt, während die Mehrfachvertreter mit 1,19 Prozent hier erwartungsgemäß ebenfalls vorne liegen.

Wie es mit der Einführung eines Provisionsdeckels bei Lebensprodukten von 2,5 bis zu maximal 4,0 Prozent weitergeht, steht im Moment in den Sternen. Mehrere Anläufe, den Referentenentwurf im Bundeskabinett zu diskutieren, wurden ausgestoppt – das Thema wurde mehr als einmal nicht auf die Liste der Tagesordnungspunkte des Kabinetts gesetzt.

Grund ist, dass die CDU/CSU-Fraktion im Bundestag den Deckel in der geplanten Form ohnehin ablehnt. Klar ist den Zahlen zufolge aber, dass Makler und gebundene Vermittler mit dem Deckel leben könnten, Mehrfachagenten aber nicht. (jb)