Die Staatsanwaltschaft Kassel ermittelt gegen einen Mitarbeiter der Sparkasse Werra-Meißner. Der Vorwurf: Betrug, Untreue und Urkundenfälschung. In Summe soll ein Private Banker des öffentlich-rechtlichen Geldinstituts eine Handvoll Kunden um rund eine Million Euro erleichtert haben, wie das "Handelsblatt" berichtet.

Nach Angaben der Wirtschaftszeitung prüfen Bank und Staatsanwaltschaft derzeit, ob noch mehr Kunden betroffen und andere Mitarbeiter in die mutmaßlichen Betrügereien verwickelt sind. Bislang gehe man aber davon aus, dass keine weiteren Kunden geschädigt wurden und dass der Berater alleine handelte. Dennoch habe das Geldinstitut, das eng mit den Strafverfolgern zusammenarbeite, zusätzlich externe Wirtschaftsprüfer engagiert. 

Est 2018 ging es richtig los
Der Banker, der zwischenzeitlich auch in Untersuchungshaft saß, hat mit seinen mutmaßlich kriminellen Aktivitäten offenbar schon vor einigen Jahren begonnen. Richtig los ging es aber wohl erst 2018, so die Sparkasse auf Nachfrage des Handelsblatts.

Größere Betrugsfälle bei Sparkassen und anderen Geldhäusern kommen der Zeitung zufolge selten vor. Für Schlagzeilen hatte vor knapp zwei Jahren ein Fall bei der Sparkasse Oberhessen gesorgt. Damals war bekannt geworden, dass ein Mitarbeiter über mehrere Jahre hinweg rund neun Millionen Euro für sich selbst abgezweigt hatte. Geschädigt wurde dabei aber die Sparkasse selbst und nicht wie bei der Sparkasse Werra-Meißner Kunden. (jb)