Der Plan war bereits im Koalitionsvertrag verankert, nun findet er sich tatsächlich im Entwurf für das neue Jahressteuergesetz wieder: Der Sparer-Pauschbetrag für Kapitaleinkünfte soll zum Januar 2023 steigen. Dies berichten diverse Medien, die sich auf Informationen der "dpa" beziehen. Der Agentur liegt der Entwurf des Jahressteuergesetzes vor. 

Damit sich Sparen wieder mehr lohnt, will Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) den Pauschbetrag für Singles von derzeit 801 auf 1.000 Euro anheben, für Lebenspartner von 1.602 auf 2.000 Euro. Der Sparer-Pauschbetrag ist ein Freibetrag bei der Einkommensteuer. Bis zu diesem Betrag bleiben Kapitalerträge wie Zinsen steuerfrei.

Anlage- und Aktienkultur stärken
Der Pauschbetrag werde zum ersten Mal seit 22 Jahren angehoben, sagte Lindner der "dpa". "Wer Geld anspart oder in Aktien anlegt, soll endlich mehr Netto vom Brutto behalten dürfen", erklärte er. Das stärke auch die private Altersvorsorge und sei gerade in Zeiten steigender Preise wichtig. Zudem wolle er die Anlage- und Aktienkultur verbessern, so Lindner. "Gerade junge Menschen investieren vermehrt Erspartes in die eigene Altersvorsorge. Das möchte ich honorieren." 

Bereits Anfang Mai hatte die Wochenzeitung "Welt am Sonntag" von einer geplanten Anhebung des Sparer-Pauschbetrags auf 1.000 Euro respektive 2.000 Euro berichtet. Diese würde Steuererleichterungen für rund 4,7 Millionen Bundesbürger bringen, schrieb die Zeitung. Durch die Entlastungen würden dem Staat 320 Millionen Euro entgehen, davon 160 Millionen Euro dem Bund, 140 Millionen Euro den Ländern und 20 Millionen Euro den Gemeinden.

Bevor die deutschen Sparer tatsächlich von den höheren Freibeträgen profitieren können, muss zuerst einmal das Kabinett über den aktuellen Entwurf beschließen. Im nächsten Schritt wird sich dann der Bundestag mit den Plänen befassen. (am)