Die Stiftung Warentest stellt seit gestern (8.4.) wie angekündigt Verbrauchern im Internet auf test.de ihren Girokontenvergleich kostenlos zur Verfügung. Das berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ). Damit erhalten Interessierte voraussichtlich bis zum zweiten Quartal kommenden Jahres Zugang zu einer laut Stiftung Warentest "objektiven und kostenlosen" Vergleichswebseite. Anschließend soll ein von der Finanzaufsicht Bafin entwickeltes Portal für Kontenvergleiche einsatzbereit sein. 

Die Übergangslösung wurde gewählt, um Verbrauchern nach dem Aus für die von Check24 betriebene Kontovergleichsseite den gesetzlich vorgeschriebenen Zugang zu einem nach objektiven Kriterien aufgebauten Informationsportal zu gewährleisten. Der Münchner Online-Riese zog Ende Januar nach nur fünf Monaten aufgrund von Streitigkeiten mit Verbraucherschützern und Banken den Stecker für seine vom TÜV zertifizierte Seite

Check24 verstoße gegen EU-Zahlungskontenrichtlinie
Laut Kritikern erfüllte die Vergleichswebsite eben nicht die Vorschriften der EU-Zahlungskontenrichtlinie, die eine wesentliche Marktabdeckung verlange. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen und die Verbraucherzentrale NRW zogen daher vor Gericht. Daraufhin entschied die Bundesregierung, dass die Bafin ein neues kostenloses Vergleichsportal für Girokonten aufbauen und betreiben soll. 

Die Warentester vergleichen derzeit mehr als 300 Angebote von mehr als 130 überregionalen und regionalen Banken und Sparkassen. Pro Kontomodell sind über 50 Merkmale erfasst, zum Beispiel die Höhe der Dispozinsen, Kontogebühren oder Gebühren für Kreditkarten. (jb)