Telefonbetrug: Hacker attackieren Wall-Street-Hedgefonds
Hacker haben in den vergangenen Tagen eine Welle an Cyberattacken auf Wall-Street-Firmen gestartet. Betroffen waren laut Insidern die IT-Systeme mehrerer großer Hedgefonds.
Wie "Bloomberg" berichtet, hat der Hedgefonds Point72 Asset Management seine Investoren am Mittwoch (5.8.) über einen Angriff informiert. Nach ersten Erkenntnissen seien keine Kundendaten gestohlen worden, teilte das Unternehmen dabei mit. Man untersuche den Vorfall noch.
Im Rahmen der Angriffswelle haben Cyberkriminelle Insidern zufolge auch versucht, in die IT-Systeme weiterer großer Hedgefonds einzudringen. Betroffen waren demnach Millennium Management, Two Sigma Investments und Citadel sowie mehrere Private-Equity-Gesellschaften.
KI ahmt Stimmen nach
Bei den Angriffen kam sogenanntes Voice Phishing oder "Vishing" zum Einsatz. Dabei nutzen Cyberkriminelle Technologien, um Stimmen in Telefonaten oder Sprachnachrichten nachzuahmen und Mitarbeiter dazu zu verleiten, sensible Informationen preiszugeben oder Zugänge zu gewähren, wie darüber informierte Kreise berichten.
Two Sigma erklärte, den Angriffsversuch auf sensible Daten erfolgreich abgewehrt zu haben. Das Unternehmen verwaltet Vermögenswerte im Umfang von 75 Milliarden Dollar (65 Milliarden Euro).
"Kein Hinweis auf Schäden"
Ein Sprecher von Two Sigma erklärte, es gebe keine Hinweise darauf, dass Daten oder Systeme beeinträchtigt wurden. Sprecher von Millennium, Point72 und Citadel lehnten Stellungnahmen ab.
Cyberangriffe auf die Wall Street haben, angespornt durch die Möglichkeiten der künstlichen Intelligenz (KI), stark zugenommen. "Früher konnten sie in einem Angriff vielleicht 50 Ziele attackieren, heute können sie 1.000 angreifen", sagte Vinod Paul, Präsident des auf Cybersicherheit und IT für Hedgefonds spezialisierten Unternehmens Align Managed Services. "Hackern ist es außerdem möglich, Telefongespräche mitzuhören und Stimme, Tonfall sowie Sprachmuster der Gesprächspartner nachzuahmen, um gefälschte Anrufe zu erzeugen", so der Experte. (Bloomberg/eml)















