Das "Marktwächter"-Projekt des Bundesverbands der Verbraucherzentralen (VZBV) muss künftig aller Voraussicht nach mit einem kleineren Etat auskommen. Das Bundesministerium für Verbraucherschutz möchte den Marktwächtern im Jahr 2020 nur noch zehn Millionen Euro zukommen lassen – drei Millionen Euro weniger als im laufenden Jahr. Das berichtet die Zeitschrift "Euro am Sonntag", die sich auf Angaben von Sprecherinnen des Ministeriums und der VZBV beruft.

Der Verband wollte, dass die Förderung in bisheriger Höhe fortgesetzt wird. "Euro am Sonntag" zufolge sollten zeitweise sogar 15 Millionen Euro beantragt werden. Wie viel Geld das Ministerium tatsächlich locker machen wird, muss sich in den anstehenden Beratungen zum Bundeshaushalt entscheiden, so das Wirtschaftsblatt.

Mehr als 60 Warnungen
Die Marktwächter sind seit 2015 aktiv. Die Idee des Projektes ist es, gezielt Verbraucherbeschwerden auszuwerten, um frühzeitig auf Missstände in den Bereichen Finanzen, digitale Welt und Energie aufmerksam zu werden. Verschiedene Verbraucherzentralen betreuen dabei unterschiedliche Schwerpunkte, der VZBV koordiniert die Arbeit.

Dem Verband zufolge filterte der Marktwächter bislang aus über 2,6 Millionen Beratungen und Auskünften in den Verbraucherzentralen mehr als 50.000 Fälle heraus, auf deren Grundlage über 60 Warnungen und gut 150 Abmahnungen ausgesprochen wurden.

"Steuerungsdefizite und Redundanzen"
Als Grund für die Einsparungen nannte die Ministeriumssprecherin laut "Euro am Sonntag" unter anderem "Steuerungsdefizite und Redundanzen". Außerdem könne der dezentrale Aufbau aus rechtlichen Gründen nicht fortgesetzt werden. Eine Sprecherin des VZBV lässt sich in dem Artikel mit den Worten zitieren, die "Marktbeobachtung könnte mit dem höheren Budget umfassender arbeiten".

Eine gute Nachricht für das Projekt gibt es ebenfalls: Bislang war der Marktwächter zeitlich befristet, nun soll er zur festen Größe des Verbraucherschutzes werden – so, wie es Union und SPD in ihrem Koalitionsvertrag vorgesehen haben. (bm)