Privatanleger sind nun besser vor hochriskanten Formen der Geldanlage geschützt – zumindest, wenn es um die umstrittenen Differenzkontrakten mit Nachschusspflicht (CFD) geht. Einige Anbieter haben auf eine Allgemeinverfügung der Finanzaufsicht Bafin reagiert, die seit dem 10. August den Vertrieb dieser Produkte an Privatpersonen verbietet.

Die Gesellschaften versehen nun jeden solchen Wertpapierauftrag mit einem sogenannten Stop-Loss: Bevor beim Wertpapiergeschäft der kalulatorische Verlust den Kapitaleinsatz zu überssteigen droht, wird automatisch der Auftrag gestoppt, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) berichtet. Andere Anbieter, darunter der Marktführer CMC Markets, verlangen höhere Sicherheitsleistungen der Anleger. Damit reduziert sich das Risiko der Spekulation. Statt mit Hebeln von bis zu 500 kann nun nur noch mit Hebeln von bis zu 200 spekuliert werden.

Spiel mit dem Feuer
Bei CFD-Kontrakten handelt es sich Anlageinstrumente, mit denen Anleger gehebelt auf die Kursentwicklung eines Basiswertes wetten. Der Kapitaleinsatz ist verglichen zu einem Direktinvestment gering. Entwickelt sich der Basiswert in die vom Anleger vermutete Richtung, gewinnt der CFD rasant an Wert. Geht die Spekulation nicht auf, droht ebenso rasch der Totalverlust – oder weit Schlimmeres.

Übersteigt diese Differenz das eingesetzte Kapital, muss der Anleger bei CFD-Produkten mit Nachschusspflicht den Unterschiedsbetrag aus seinem sonstigen Vermögen ausgleichen – er verliert also schlimmstenfalls mehr als sein ursprüngliches Investment. Darin sieht die Bafin ein zu hohes Risiko für private Anleger und stoppte deshalb diese Produkte aus Gründen des Verbraucherschutzes. Das Verbot ist übrigens das erste, dass die Behörde in ihrer Geschichte ausprach.

Marktnische
Allerdings waren die betroffenen Produkte nur eine Nische am Markt. Rafael Alexander Neustadt, Geschäftsführer des CFD-Verbandes, erklärte Anfang März auf Anfrage von FONDS professionell ONLINE, dass von rund 71 Millionen Transaktionen im Jahr 2015 nur 3.000 von einer Nachschusspflicht betroffen gewesen seien – macht rechnerisch einen Anteil von 0,04 Promille. (jb)