Der Bankenverband rät Verbrauchern, eine Person ihres Vertrauens vorsorglich mit einer "Konto-/Depotvollmacht – Vorsorgevollmacht" auszustatten, damit diese, wenn notwendig für den Vollmacht-Geber handeln kann.

"Angehörige sind im Notfall nicht automatisch berechtigt, die Vermögensangelegenheiten eines hilfsbedürftigen Familienmitglieds zu regeln", erläutert der Verband. "Liegt keine entsprechende Vollmacht vor, wird nach dem Willen des Gesetzgebers, sofern erforderlich, gerichtlich ein Betreuer für den Hilfsbedürftigen bestellt." Hier helfe die von Banken angebotene Vollmacht. In diesem Dokument lasse sich die Person, die im Ernstfall einspringen soll, selbst bestimmen.

Bank muss den zu Bevollmächtigenden identifizieren
Wer mehrere Konten bei verschiedenen Banken hat, muss für jedes Konto eine eigene Vollmacht erteilen, betont der Verband. Am einfachsten sei es, sich an die jeweilige Bank zu wenden und das Institut gemeinsam mit der Vertrauensperson aufzusuchen, der die Vollmacht erteilt werden soll. "Zweifel an der Vollmacht können so ausgeschlossen werden", erläutert die Branchenvereinigung. Die Bank sei zudem gesetzlich verpflichtet, den zu Bevollmächtigenden durch Personalausweis oder Reisepass zu identifizieren.

Wer sein Konto bei einer Direktbank habe, bekommt das notwendige Formular in der Regel online zur Verfügung gestellt. Dieses muss dann ausgefüllt und unterzeichnet an die Bank zurückgesendet werden. Die auch hier erforderliche Identitätsprüfung des Bevollmächtigten erfolgt dann beispielsweise über das Postident-Verfahren.

Der Abschluss neuer Kredite ist untersagt
Eine Bankvollmacht bezieht sich ausschließlich auf Geschäfte, die im Rahmen der Konto- und Depotführung erledigt werden sollen. Dazu zählt etwa, Bargeld abzuheben, Überweisungen zu tätigen oder Wertpapiere zu ordern. Nicht erlaubt ist es dem Bevollmächtigten, neue Kreditverträge für den Kontoinhaber abzuschließen, Termingeschäfte vorzunehmen oder Untervollmachten an Dritte zu erteilen. Die Vollmacht könne jederzeit widerrufen werden, betont der Verband.

Wichtig: "Eine Vollmacht gilt ab dem Zeitpunkt der Unterschrift und nicht erst, wenn der Kontoinhaber beispielsweise krankheitsbedingt nicht mehr seine Bankgeschäfte erledigen kann. Das Risiko eines Vollmachtmissbrauchs trägt grundsätzlich der Kontoinhaber." (fp)