Banken, Handel und Polizei haben in Deutschland im ersten Halbjahr 2022 rund 19.800 falsche Euro-Banknoten mit einem Nennwert von knapp einer Million Euro aus dem Verkehr gezogen. Dies teilt die Bundesbank mit. Die Anzahl der Fälschungen ging gegenüber dem zweiten Halbjahr 2021 um 3,9 Prozent zurück. Dies ist der niedrigste Wert seit dem zweiten Halbjahr 2013 mit damals 19.350 Blüten. Aktuell entfallen fünf falsche Banknoten auf 10.000 Einwohner.

"Seit 2016 geht der Trend bei Falschgeld zurück", erklärt Johannes Beermann, im Vorstand der Deutschen Bundesbank unter anderem zuständig für Bargeld. Das sei den hochwertigen Sicherheitsmerkmalen auf den Banknoten sowie den Informationskampagnen und Schulungen der Bundesbank zu verdanken, aber auch dem guten Zusammenwirken mit den Strafverfolgungsbehörden.

Falsche Geldscheine in großer Stückelung
Der finanzielle Schaden stieg im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2021 jedoch um rund elf Prozent auf 991.690 Euro. Das lag nach Angaben der Bundesbank vor allem daran, dass vermehrt größere Stückelungen wie gefälschte Hunderter und Zweihunderter entdeckt und eingezogen wurden. Die Entwicklung läuft gegen den Trend der vergangenen Jahre. Seit 2015 war der der finanzielle Schaden durch Falschgeld von Jahr zu Jahr zurückgegangen.

Am beliebtesten sind bei Fälschern allerdings nach wie vor 20- und 50-Euro-Banknoten, auf die zusammen 77 Prozent der Blüten entfallen. Seit einiger Zeit setzen sie vermehrt auch auf nachgemachte Geldscheine, die im Internet unter den Begriffen "movie money" oder "prop copy" als Spielgeld oder Filmrequisite angeboten werden. (am)