Anfang November 2012 wurde das Beraterregister der Finanzaufsicht Bafin eingeführt, in dem Banken und Finanzdienstleister neben Beratern – derzeit über 180.000 – auch Beschwerden über diese registrieren müssen. Ende 2013 hatte die Behörde über 11.000 Beschwerden registriert, im vergangenen Jahr verlangsamte sich die Zunahme: Nur 6.050 neue Einträge kamen hinzu, sodass sich deren Gesamtzahl zum Stichtag 31. Dezember 2014 auf 17.381 beläuft, wie die Bafin FONDS professionell ONLINE mitteilte.

Das Beraterregister wurde als Reaktion auf die Finanzkrise von 2008 eingerichtet, die auch offenbarte, dass Banken ihre Kunden in der Vergangenheit falsch beraten hatten – unter anderem mit Lehman-Zertifikaten. Seitdem sind Wertpapierdienstleistungsunternehmen gehalten, Kundenbeschwerden über Berater, die sich auf alle Aspekte der Anlageberatung beziehen, an die Bafin weiterzuleiten.

Über 1.300 Berater persönlich befragt
Vor diesem Hintergrund kann die Behörde bei Häufung von Beschwerden – aber auch anderer beratungsbezogener Anlässe – Besuche vor Ort durchführen. 2014 haben Bafin-Mitarbeiter daher 261 Zentralen, Filialen und vertraglich gebundene Vermittler von Wertpapierdienstleistungsunternehmen im gesamten Bundesgebiet besucht und dabei Gespräche mit 1.334 Mitarbeitern in unterschiedlichen Funktionen – darunter 417 Anlageberater sowie 309 Mitarbeiter der Vertriebssteuerung und Vertriebsbeauftragte geführt.

Die Bafin hat nach Angaben einer Sprecherin bislang aber keine Bußgelder verhängt, die wegen Verstößen gegen die Meldepflichten im Register – etwa wegen Nichtregistrierung von Beschwerden – grundsätzlich möglich sind. Allerdings hatte die Bafin im August 2014 ein Unternehmen und sechs Vertriebsbeauftragte wegen kundenfeindlicher Vertriebsvorgaben verwarnt. (jb)