Hahn Rechtsanwälte Partnerschaft (hrp) nimmt für eine 84-jährige Rentnerin die HypoVereinsbank AG Hamburg beim Landgericht Hamburg auf Schadensersatz in Anspruch. Klägerin ist eine Anlegerin aus Hamburg. Diese hat wegen nicht anlegergerechter Beratung durch die Bank in Zusammenhang mit dem Erwerb von Zertifikaten einen Schaden von 15.132,76 Euro erlitten.

In einem von der Rentnerin angestrengten Schlichtungsverfahren vor einem Ombudsmann der privaten Banken GmbH wurde zugunsten der Rentnerin entschieden. Der Ombudsmann kommt zu dem Ergebnis, dass die Empfehlung der Bank zum Kauf der Zertifikate eine schuldhafte Falschberatung darstellt mit der Rechtsfolge, dass diese Kaufverträge rückabzuwickeln seien. Trotzdem will sich die HypoVereinsbank AG außergerichtlich nicht einigen.

Die Bank hatte der Rentnerin in den Jahren 2006 und 2007 zum Kauf von drei Zertifikaten zum Preis von zusammen 61.350,00 Euro mit Laufzeiten bis 2013 geraten. In dem von der Bank verfassten persönlichen Analysebogen aus Mai 2005 hatte sie als Anlageziele regelmäßige Einnahmen und langfristigen Wertzuwachs angegeben.

Die Klägerin hatte die äußerst komplizierten und erklärungsbedürftigen Kapitalanlagen letztlich nicht verstanden und ihr war nicht klar gewesen, dass die Zertifikate zu keinen Zinseinnahmen führten. Im Einzelnen hatte die Anlegerin auf Empfehlung der HypoVereinsbank das 190 HVB Best of Fonds Zertifikat (WKN: HV1A2V), das 260 HVB Höchststandzertifikat (WKN: HV1CLQ) und das 150 HVB Favorit Express Zertifikat (WKN: HV2CDH) erworben.

Das HVB Best of Fonds Zertifikat war der Klägerin am 27. Januar 2006 als letzten Tag der Zeichnungsfrist angeboten worden, die anderen Zertifikate sogar erst nach Ablauf der jeweiligen Zeichnungsfrist. Dies spricht nach Auffassung von Anwalt Peter Hahn von hrp dafür, dass die Zertifikate vorrangig aus vertriebsbedingten Gründen angeboten worden sind. Um ihren Schaden zu begrenzen, hatte die Klägerin die Zertifikate schließlich am 1. Oktober 2008 veräußert. Sie hatten bereits erheblich an Wert verloren und die Klägerin konnte hieraus keine laufenden Zinseinnahmen erzielen. Erst 2013', im Alter von 90 Jahren, hätte sie bei Fälligkeit  Zahlungen erhalten. (ir)

Hahn Rechtsanwälte Partnerschaft ist eine Wirtschaftskanzlei, die sich im Kapitalanlegerschutz engagiert und mit Standorten in Bremen und Hamburg vertreten ist.