Beim DEUTSCHEN FONDSPREIS 2015 wurden zwei Fonds des Anbieters Acatis ausgezeichnet, ein Mischfonds und ein Produkt für deutsche Aktien. Der wahre Performance-Star aus dem Hause Acatis sei im vergangenen Jahr aber ein Asien-Pazifik-Fonds gewesen, sagte Unternehmensgründer Hendrik Leber auf dem FONDS professionell KONGRESS in Mannheim: der Asia Pacific Plus Fonds, der seinen Wert im Jahr 2014 um 22 Prozent steigern konnte.

Das komme nicht von ungefähr, sagte Leber: In Asien gehe "die Post ab", kein anderer Kontinent verzeichne ein so dynamisches Wachstum. Als Value-Investor wolle er für das Fondsportfolio "die Außenseiter finden", erklärte Leber seine Strategie: Unternehmen mit kontinuierlichem Wachstum, stabilem Geschäftsmodell und attraktiver Dividendenpolitik. Und davon gebe es in Asien einige. Zu den Top-Performern im Fonds gehörten im vergangenen Jahr der indische Automobilhersteller Tata Motors und die HDFC Bank, mit Kurssteigerungen von 131 beziehungsweise 103 Prozent. Aktuell gebe es im Fonds 49 Aktien – 41 davon seien unterbewertet, sagte Leber. Ansonsten sei das Portfolio über Länder und Branchen hinweg breit gestreut, mit derzeit starkem Fokus auf Indien, Hongkong, Singapur, China und Thailand sowie der Nicht-Basiskonsumgüterbranche, dem Finanzwesen und dem Industriesektor.

Indiens Premier Modi bringt das Land wieder auf Trab
Die starke Performance des Fonds sei vor allem dem ausgiebigem Research sowie einem Experten vor Ort zu verdanken, sagte Leber. Den Asien-Experten Sidd Mehta-Thomas von Beaconsfield Investment Management hatte er gleich mitgebracht. Der gebürtige Inder hat in den USA studiert und war für Credit Suisse und für den kanadischen Versicherer Fairfax Financial Holdings tätig, bevor er im Oktober 2013 von Acatis angeheuert wurde, um den Asien-Pazifik-Fonds vor Ort zu betreuen.

Auch Mehta-Thomas zeigte sich mit Blick auf die Anlageregion Asien optimistisch. Besonders Indien steche derzeit heraus, erklärte er: Der im vergangenen Jahr neu gewählte Präsident Narendra Modi habe seit seinem Amtsantritt ordentlich zugepackt und bringe die Wirtschaft des Landes wieder auf Kurs. "In Indien gibt es viele gute Unternehmer, und es lohnt sich, auf sie zu setzen", ergänzte Leber. Westliche Arroganz gegenüber asiatischen Unternehmern solle man tunlichst vermeiden: "Auch die können Kapitalismus."

Beim Fondsmanagement konzentriere er sich auch auf "die asiatischen Warren Buffetts", sagte Leber. Der in Hongkong als "Superman" bekannte Star-Unternehmer Li Ka-Shing etwa hält 30 Prozent der deutschen Drogeriemarktkette Rossmann. Er und andere asiatische Value-Investoren wie Wee Cho Yaw setzten unter anderem auf Hutchison Whampoa und Cheung Kong Holdings, so Leber. Auch diese Unternehmen finden sich im Portfolio des Asien-Pazifik-Fonds.

Fallen vermeiden
Es gelte bei einem Asien-Investment bestimmte Fallen zu vermeiden, warnte Leber abschließend: Anleger sollten etwa darauf achten, dass ein Unternehmen eine lange operative Geschichte sowie eine konsistente Dividendenpolitik habe und im Interesse seiner Aktionäre agiere. "Vor allem kleine und mittelgroße Unternehmen aus Asien erfüllen diese Bedingungen und bieten aus Anlegersicht jede Menge Potenzial", sagte Leber. (aj)