Fast jeder Bürger hat heute mehrere Konten, Versicherungen und gegebenenfalls Depots. Das Problem dabei: Neben der eigenen beruflichen Tätigkeit, der Familie und dem Hobby verspüren viele häufig wenig Lust, sich mit der Vielzahl ihrer eigenen Finanzprodukte zu beschäftigen. "Damit geht vielen oft der Überblick über die eigene Finanz- und Versicherungssituation verloren", erklärt dazu Reinhard Tahedl, einer von zwei Vorständen der Münchner Treefin AG, die jetzt mit ihrer gleichnamigen App "Treefin" an den Start gegangen sind. (FONDS professionell hatte in seiner Printausgabe 2/2015 bereits vorab über den digitalen Finanzassistenten berichtet, angemeldete Mitglieder des FONDS professionell KLUBs können den Beitrag hier im E-Magazin abrufen).

"In der Konsequenz kann es so oft zu einer Unter- oder Überversicherung kommen oder auch zu einem zu hohem Depotrisiko bei Kapitalanlagen", warnt Tahedl. "Mit unserem digitalen Finanzassistenten steht deshalb ab sofort eine hochmoderne Anwendung zur Verfügung, die es dem Nutzer ermöglicht, mit nur einem Login seine gesamte finanzielle Situation über nahezu alle Konten, Versicherungen und Kapitalanlagen zu überblicken."

Verbindung zwischen Fintech und Berater
Aber nicht nur durch diesen ganzheitlichen Ansatz ihrer App wollen sich die Münchner vom Angebot anderer Fintech-Unternehmen abheben. „Wie der Kunde das von der Software aufgezeigte Optimierungspotenzial für sich nutzt, bleibt vollkommen ihm überlassen“, erklärt Tahedl. „Der Nutzer kann – jeweils direkt aus der Anwendung heraus – entweder den Weg zu einem unabhängigen Finanzberater suchen oder ein Vergleichsportal zurate ziehen. Ganz gleich für welchen Weg sich ein Nutzer entscheidet, die Anwendung selbst steht in jeder Phase zu 100 Prozent auf seiner Seite. Wir als dahinter stehende Entwickler verdienen erst dann, wenn der User tatsächlich spart.“ Verdient wird über ein klassisches Leadmodell. Für einen Kunden, der – vermittelt über Treefin – eine Haftpflichtversicherung abschließt, zahlt ein Berater oder das genutzte Vergleichsportal 20 Euro an die Softwareentwickler aus München, für den Lead zum Abschluss einer privaten Krankenversicherung werden 100 Euro fällig.

Der Grundgedanke hinter der neuen Software ist dabei einfach: Für den Abschluss einer Kfz- oder Haftpflichtversicherung wird heute kaum noch jemand auf einen Berater zurückgreifen, sondern online Angebote vergleichen und selbst den Vertrag abschließen. Bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung oder der risikooptimierten Strukturierung eines umfangreichen Investmentdepots wird er eher den Rat eines versierten Beraters suchen. Das gelte auch für den Abschluss einer privaten Krankenversicherung, so Tahedl, bei der es darauf ankomme, viele Details innerhalb des Leistungskatalogs verschiedener Versicherer zu vergleichen und zu bewerten.

Strategische Kooperation mit Fonds-Finanz
Die Möglichkeiten, die sich aus einer Verbindung von digital-affinen Kunden mit der Beratungskompetenz freier Finanzdienstleister für einen Berater ergeben, hatte die Münchner Fonds-Finanz Maklerservice als einer der ersten Marktteilnehmer erkannt. Bereits Ende August gab das Unternehmen eine Kooperation mit Treefin im Bereich Kundengewinnung über Online-Kanäle bekannt (siehe dazu unsere Meldung auf FONDS professionell ONLINE), durch die Deutschlands größter Maklerpool eine Brücke zwischen Fintech und Vermittlern schlagen will, damit Letztere nicht mehr nur von der Seitenlinie zuschauen müssen, sondern den Online-Kanal aktiv in die eigene Beratungsarbeit einbinden können.

Die als App unter iOS, Android und über den Browser am Desktop verfügbare Treefin-Anwendung ist dabei auch beim Datenschutz ausschließlich kundenverpflichtet. Sämtliche Daten bleiben im Eigentum des Kunden und werden durch hochmoderne Verschlüsselungsverfahren auf dem Endgerät sowie im deutschen Hochsicherheitsrechenzentrum der DATEV eG geschützt. (hh)