Keine zwei Jahre nach dem Start spaltet sich die Investmentboutique AMF Capital offiziell in zwei Teile auf. Die Finanzaufsicht Bafin hat eine zweite für die Trennung notwendige KWG-Lizenz erteilt, heißt es von Seiten des Unternehmens.

Wie FONDS professionell ONLINE bereits im Mai vorab berichtete, werden am Standort Frankfurt unter der Firma AMF Capital AG weiterhin schwerpunktmäßig große und institutionelle Kunden und Family Offices betreut sowie die AMF-Fonds gemanagt. Der Standort Köln konzentriert sich künftig unter dem neuen Namen Consortia AG auf das bestehende Geschäft mit den privaten Kunden und betreut weiterhin die Patriarch-Fonds sowie den VCH-Rohstofffonds.

Johannes Führ als Inkubator
Die AMF Capital war 2013 entstanden, nachdem Johannes Führ den Fondsanbieter VCH mehrheitlich von dem Finanzdienstleister Altira übernommen hatte. Mittlerweile hat er seine Anteile an Allan Valentiner und Oliver Heidecker, zwei alte Weggefährten aus der Zeit bei Johannes Führ Asset Management (heute Inprimo Invest), weitergereicht. Robert A. Depner, ehemals VCH und bislang gemeinsam mit Allan Valentiner Vorstand der AMF Capital AG, übernimmt künftig den Vorstand der Consortia AG. Gemeinsam mit Heidecker bildet Valentiner den Vorstand der AMF Capital AG.

Fokus auf die jeweiligen Stärken
"Die Anforderungen an die Weiterentwicklung der unterschiedlichen Geschäftszweige sind sehr verschieden. "Somit ist es konsequent, die beiden Standorte zu trennen und sich jeweils auf das zu konzentrieren, was die größten Stärken der jeweiligen Firmen darstellt", sagt Robert Depner. Die Trennung sei bereits im Mai 2014 vertraglich vereinbart worden und werde nun nach Erteilung aller notwendigen Lizenzen und Genehmigungen zum 31. August ins Handelsregister eingetragen. Neben Hauptaktionär Depner hält auch Hans Günnewigk, unter anderem Manager des Rohstofffonds VCH Expert Natural Resources, Anteile an der Consortia.

"Die Aufspaltung ist strategisch sinnvoll und wegen der geringen Überschneidungen in den Geschäftsbereichen auch operativ sehr einfach zu vollziehen", sagt Allan Valentiner. "Nachdem jetzt alle erforderlichen Genehmigungen und Lizenzen der Aufsichtsbehörden vorliegen, arbeiten vom 1. September an die beiden Unternehmen getrennt, bleiben aber freundschaftlich verbunden." So lasse sich auch am besten sicherstellen, dass es für alle Kunden einen reibungslosen Übergang geben werde.

Heikle Personalie
Geplant ist zudem, dass Johannes Führ zumindest bis Anfang 2016 bei AMF Capital die Funktion des Aufsichtsratsvorsitzenden übernimmt. Eine aus derzeitiger Sicht durchaus heikle Personalie, denn Führ war zuletzt durch einen Medienbericht arg in Bedrängnis geraten. Darin ist von fragwürdigen Geschäftspraktiken des 61-Jährigen – insbesondere in Zusammenhang mit dem Verkauf seiner alten Firma Johannes Führ Asset Management – sowie laufenden Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Köln die Rede. Sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten, könnte AMF Capital durch Führ ein Reputationsrisiko drohen. (rmk)