Auf dem deutschen Markt für Wohnimmobilien ist die Zeit steigender Preise bald vorbei. Davon ist Uwe Eilers überzeugt, Vorstand des Bad Homburger Vermögensverwalters FV Frankfurter Vermögen. Aus seiner Sicht spricht sowohl die politische Programmatik der neuen Ampel-Koalition für ein Ende der Preisanstiege als auch die demografische Entwicklung im Land. Bei Gewerbeimmobilien ist die Lage weniger eindeutig. Hier könnte sich die gesamtwirtschaftliche Nachfrage, beispielsweise nach Büroflächen, wieder erhöhen, wenn der Homeoffice-Trend abbricht. Investoren, die vermietete Immobilien besitzen, rät er so oder so, über einen Verkauf nachzudenken, bevor die Stimmung kippt.

Eilers nennt drei Hauptgründe für das Ende des Preisbooms: Erstens sinkt durch die schrumpfende und alternde Bevölkerung die Nachfrage nach neuen Wohnimmobilien. Zweitens will die neue Regierung die Kappungsgrenze für Mieterhöhungen senken, soll heißen: Es wäre dann höchstens noch ein Mietanstieg um elf Prozent in drei Jahren erlaubt, was gerade angesichts der steigenden Inflation Investitionen deutlich weniger rentabel macht.

Mietspiegel und steigende Zinsen
Drittens will die Regierung alle Städte mit über 100.000 Einwohnern verpflichten, eigene Mietspiegel zu erstellen, und zwar mit einem Rückblick auf die vergangenen sieben statt bisher sechs Jahre. Auch das wird künftige Mietsteigerungen erheblich erschweren. Wenn dann auch noch die Europäische Zentralbank die Zinsen erhöhen sollte, könnten die Immobilienpreise bald sinken, warnt Eilers. (fp)