Finanzberater, die kein externes Büro besitzen, sondern von zu Hause aus arbeiten, müssen darauf achten, dass ihr Arbeitszimmer ausschließlich oder aber nahezu ausschließlich für berufliche Zwecke genutzt wird. Ist dies nicht der Fall, so können die Kosten für das Arbeitszimmer auch nicht als Betriebsausgaben oder Werbungskosten steuerlich geltend gemacht werden, so ein kürzlich veröffentlichtes Urteil des Bundesfinanzhofes (BFH).

Wird das Arbeitszimmer ab und zu für private Zwecke, beispielsweise als Ess- oder Gästezimmer, genutzt, ist der Steuervorteil dahin. Das Gericht möchte mit der strengen Regelung Gestaltungsmöglichkeiten ausschließen und die Überprüfung durch die Steuerverwaltung erleichtern.

Auch der Idee, ein Nutzungszeitenbuch anzulegen, erteilt der BFH eine klare Absage, da die darin enthaltenen Angaben keinen objektiven Beweiswert hätten. "Der BFH hat mit seinem richtungsweisenden Urteil Millionen von Arbeitnehmern und Steuerpflichtigen, die in ihrer eigenen Wohnung oder ihrem Wohnhaus lediglich eine sogenannte 'Arbeitsecke' beziehungsweise einen Raum nur zum Teil für berufliche Zwecke nutzen, die Hoffnung genommen, die anteilig hierauf entfallenden Kosten steuerlich geltend zu machen", erklärt Steuerberaterin Elisabeth Renneke von der Kölner Kanzlei PNHR.

Raus mit dem Klappsofa
Wer als Finanzberater dennoch weiterhin den Steuervorteil eines häuslichen Arbeitszimmers nutzen möchte, muss künftig sicherstellen, dass der Raum nicht bereits aufgrund der Einrichtungsgegenstände erkennbar auch privaten Wohnzwecken dient. Dies muss auch einer möglichen Vor-Ort-Prüfung durch das Finanzamt standhalten. "Unabhängig vom aktuellen Urteil können die Kosten für Arbeitsmittel, wie für einen Schreibtisch, ein Bücher- oder Aktenregal oder einen PC auch weiterhin in jedem Fall als Betriebsausgaben oder Werbungskosten geltend gemacht werden", so Steuerberaterin Renneke. (mh)