Das aktuelle Marktumfeld sei für Aktien ausgesprochen günstig, urteilt Christina Böck, CIO des Fondsanbieters Axa Investment Managers Switzerland: Im laufenden Jahr dürfte die Weltwirtschaft um 3,7 Prozent wachsen, die Umsätze dürften um 3,8 Prozent zulegen. Die Unternehmensresultate dürften in diesem Kontext um neun Prozent steigen, sagt Böck. Das Tapering in den USA führe dazu, dass die Entwicklung der Aktienpreise zukünftig enger an die Fundamentaldaten der Unternehmen gekoppelt seien. Das sei ein ideales Umfeld für einen fundamental ausgerichteten Investmentstil.

Die Zeit sei wieder reif für Portfoliomanager, die Marktineffizienzen finden und ausnutzen. "Das gute alte Value-Investing, das darauf abzielt, Titel zu weniger als ihrem intrinsischen Wert zu kaufen, dürfte nun eine Hochzeit erleben", so Böck. Value-Aktien sollten jetzt Wachstumstitel ausstechen. Auch Unternehmen mit niedriger Marktkapitalisierung dürften von ihrem Vorteil profitieren, dass sie oft in Zeiten von Wachstum besser laufen. "Ihre Profite reagieren sensibler auf den Zyklus als die Profite von großen, stark diversifizierten Werten, sowohl geographisch als auch zwischen den Sektoren", erklärt Böck.

Gute versus schlechte Verschuldung
Seit 2008 hätten stark gehebelte, das heißt verschuldete Firmen eine schlechte Performance gezeigt. Während der Rezession mit ihren stark fallenden Profiten sei es für sie sehr schwierig gewesen, ihre Schulden zu bedienen. Die Fundamentalanalyse zeige nun, dass die Schulden heute gut von den operativen Einkommen abgedeckt werden und der Zinsdienst heute einen geringen Anteil am operativen Einkommen ausmache. Wenn nun die Zinsen langsam zu steigen beginnen, müsse man allerdings zwischen gutem und schlechtem Leverage unterscheiden: Guter Leverage sei der, bei dem die Fähigkeit zum Schuldendienst durch eine starke und nachhaltige Profitabilität gesichert sei. Unterbewertete Qualitätsaktien können auch eine gewisse Verschuldung verkraften. "Bei einem guten Leverage ist die Fähigkeit zum Schuldendienst durch eine starke und nachhaltige Profitabilität gesichert", sagt die Axa-Expertin. (mb)