Nach zwei einstweiligen Verfügungen, die der "Master Star Fund" und sein Geschäftsführer Walter Rasch bereits gegen die Rechtsanwaltskanzlei KTAG erreicht hatten, hat das Landgericht Berlin laut einer Mitteilung der DA Deutsche Anlagen AG nun auch dem Bund für soziales und ziviles Rechtsbewusstsein "ehrenrührige Behauptungen" gegenüber dem Fonds-Geschäftsführer und ehemaligen Berliner Schulsenator, Walter Rasch, bei Androhung von Geldstrafen oder Ordnungshaft untersagt.

In dem Fall geht es geht um den Verbleib von mehr als 36 Millionen Euro Anlegergelder der "MSF Master Star Fund Deutscher Vermögensfonds I AG & Co. KG". Im Juni hatte die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) der "MSF Master Star Fund Deutsche Vermögensfonds I AG & Co. KG" (DVF) und deren Komplementärin DPM Deutsche Portfolio Management AG (DPM) das Finanzkommissionsgeschäft untersagt und die unverzügliche Abwicklung angeordnet. (FONDS professionell berichtete). Die Deutsche Anlagen AG ist Initiatorin des "Master Star Fund" für den neben Rasch unter anderem der ehemalige Bundesverteidigungsminister Rupert Scholz (CDU) geworben hatten.

Der Bund für soziales und ziviles Rechtsbewusstsein (BSZ) hatte ähnlich wie die KTAG-Anwälte Kälberer und Tittel behauptet, dass der Verbleib der eingezahlten Anlegergelder "ungeklärt" sei. 38 Millionen Euro seien "verschwunden". Diese Falschbehauptungen darf der BSZ nicht weiter verbreiten, hat das Landgericht jetzt auf Antrag der Anwaltskanzlei Hogan & Hartson Raue wiederum ohne mündliche Verhandlung verfügt.

Laut Fonds-Geschäftsführer Rasch ist die Ähnlichkeit der Behauptungen des BSZ und der KTAG-Anwälte nicht überraschend: "Der BSZ funktioniert als scheinbar neutrale Vorfeld-Organisation der Rechtsanwälte", wird Rasch in der DA-Mitteilung zitiert. "Er treibt unter dem Deckmantel der Gemeinnützigkeit die Anleger in die Arme der Anwälte. Die machen dann ihr Geschäft mit Klagen, über deren Chancen und Risiken die Anleger nicht objektiv informiert werden."

Die Ankündigung der Anwälte Kälberer und Tittel, gegen die einstweilige Verfügungen des Landgerichts Rechtsmittel einzulegen (siehe Link), könne Rasch nicht beeindrucken: "Wir merken ja an den bisherigen großspurigen Behauptungen, dass die KTAG-Anwälte sich überhaupt nicht die Mühe gemacht haben, den wahren Sachverhalt zu prüfen. Deshalb sehen wir auch dem weiteren Verfahren gelassen entgegen." (rmk)