Bill Gross hatte am 21. April, als die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen bei 0,1 Prozent lag, eine Short-Empfehlung abgegeben. Die Marktentwicklung bestätigte den Fondsmanager: Innerhalb von vier Wochen stieg die Rendite um 64 Basispunkte. Gleichwohl verlor sein Unconstrained Fonds im gleichen Zeitraum 2,5 Prozent. Gross hatte darauf gesetzt, dass die deutschen Staatsanleihen sich in einer engen Handelsspanne bewegen würden, anstatt konsequent auf sinkende Kurse zu setzen, wie Daten auf der Website von Janus belegen.

An seiner Investmentidee, die Renditedifferenzen internationaler Anleihen im derzeitigen Niedrigzinsumfeld auszunutzen, hält der Fondsmanager allerdings fest. So biete die Übergewichtung von US-Treasuries gegenüber britischen und spanischen Papieren Potenzial. "Anleger sollten die am wenigsten überbewerteten Anleihen halten und die am stärksten überbewerteten verkaufen", empfahl Gross.

Auch bei Bundesanleihen sieht er Gelegenheiten, die es für Arbitragegeschäfte auszunutzen gilt. So betrage die Prämie der zehnjährigen Treasuries 175 Basispunkten zu entsprechenden deutschen Papieren und damit weit mehr als der historische Schnitt von 25 Basispunkten. (mb/Bloomberg)