Aktien sind im aktuellen Anlageumfeld die beste Wahl. Davon sei er nach wie vor überzeugt, sagte "Börsenprofessor" Max Otto auf Einladung von Ampega Investment in seinem Vortrag auf dem FONDS professionell KONGRESS in Mannheim. Er sei allerdings im Laufe des Jahres 2014 deutlich pessimistischer geworden. "Die Risiken auf der Welt haben sich vervielfacht", sagte Otte. Zu den derzeitigen Gefahren zählten etwa die nach wie vor andauernde Ukraine-Krise, der Krieg in Syrien und die Terrorgefahr, die nach dem Anschlag auf die Redaktion des französischen Satiremagazins "Charlie Hebdo" wieder akut sei.

Darüber hinaus braue sich über der Eurozone derzeit  ein perfekter Sturm zusammen, warnte Otte. Griechenlands Schulden seien allen Sparmaßnahmen und Vereinbarungen mit der Troika zum Trotz auf einem Rekordhoch, auch insgesamt wachse der Schuldenberg der europäischen Staaten weiter. Die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) zeige ebenfalls keine Wirkung: "Was die EZB da macht, ist Planwirtschaft härtesten Grades", kanzelte Otte das neue Staatsanleihekaufprogramm der Notenbank ab.

Value-Investoren müssen starke Nerven haben
Die aktuelle Lage sei aus Investorensicht alles andere als rosig, so Otte. "Aber in diesem Umfeld müssen wir nun trotzdem irgendwie investieren." Wie herausfordernd das Anlageumfeld ist, bekam Otte 2014 selbst zu spüren: Sein Max Otte Vermögensbildungsfonds AMI fuhr im vergangenen Jahr ein sattes Minus ein. "Wir haben seit 15 Monaten keinen Gewinn gemacht", gab Otte zu. Neben dem im Juli 2013 bei Ampega aufgelegten Vermögensbildungsfonds verwaltet er auch den vermögensverwaltenden Mischfonds PI Global Value Fonds.

Value-Investoren müssten Schwankungen allerdings aushalten, so Otte. Wenn man diese Strategie fahre, sei Volatilität normal. Sein Vermögensbildungsfonds sei explizit ein Sparplan für langfristig orientierte Anleger.  Über einen längeren Zeitraum hinweg erreiche er zudem nach wie vor sein Ziel, nämlich eine Wertsteigerung von zehn bis 13 Prozent pro Jahr. Seit Auflage hat der Fonds knapp über zehn Prozent Plus pro Jahr geschafft liege.

Trends erwischen, bevor sie beginnen
Otte hält seine Anlagestrategie nach wie vor für die rentabelste. Er will weiterhin Qualitätsaktien solide abliefernder Unternehmen wie Nestlé und Richemont kaufen, au0erdem Titel anderer Unternehmen, sofern sie billig sind. Durststrecken müsse man mit der Value-Strategie ertragen: "Ich bin kein Trendfolger, ich will den Trend abpassen, bevor er beginnt", betonte Otte. Als Beispiel für einen unterschätzten Titel, der sich in den vergangenen Monaten gut entwickelte, nannte er Fiat-Chrysler: Ein Investment in das Unternehmen wirke auf den ersten Blick "wenig sexy". Seit er den Titel im Jahr 2013 gekauft hat, habe der Kurs indes um 50 Prozent zulegen können. Solche Beispiele überzeugten ihn, die Aktienquote im Fonds hoch zu halten. "Deshalb bleibt wahrscheinlich auch die Volatilität des Vermögensbildungsfonds in den nächsten Monaten hoch." (aj)