Nachdem Turbulenzen am argentinischen Aktienmarkt und die generell schlechte Bonität des Landes eine Zeitlang für Unruhe und Zurückhaltung bei ausländischen Investoren sorgten, hat sich der französische Fondsanbieter Carmignac nun entschlossen, wieder in das Land zu investieren. Das berichtet das Investmentmagazin Citywire. Demnach investiert Xavier Hovasse, Fondsmanager bei Carmignac, wieder in Argentinien, weil er Großes vom im November neu gewählten argentinischen Präsidenten Mauricio Macri erwartet: Macri wolle dem unter einer hohen Inflationsrate leidenden Land neuen wirtschaftlichen Auftrieb geben, so Hovasse.

Darüber hinaus strebt die neue argentinische Regierung endlich eine zufriedenstellende, belastbare Beilegung des jahrelangen Schuldenstreits mit globalen Geldgebern an. Damit könnte das Land an die internationalen Kreditmärkte zurückkehren und so sein massives Staatsdefizit refinanzieren. Die jüngste Unruhe an den globalen Märkten habe insgesamt die Risikoprämie der Aktien aus lateinamerikanischen Ländern erhöht, was sie auf lange Sicht im Niedrigzinsumfeld attraktiv mache, sagte Hovasse im Rahmen des Carmignac-Quartalstreffens in Paris: "Argentinien ist einer der vielversprechendsten Regionen innerhalb der Frontiermärkte", so der Fondsmanager.

Besonders interessant: Das Ebay Argentiniens
Hovasse hält vor allem das argentinische E-Commerce-Unternehmen Mercado Libre für attraktiv. Das Unternehmen ist so etwas wie das "Ebay Argentiniens", mit dem es seit dem Jahr 2001 offiziell kooperiert. Dem Fondsmanager zufolge weist Mercado Libre ein starkes Wachstum, einen hohen Cash Flow und eine sehr gute Bilanz auf – allesamt triftige Gründe, weswegen das Carmignac-Team erstmals investiert. (fp)