Ende des ersten Quartals 2020 sind die Risikoaufschläge europäischer Hochzinsanleihen deutlich gestiegen, ihre Kurse im Umkehrschluss gefallen. "Indessen sind die Marktbewertungen jetzt wesentlich attraktiver als zu Jahresbeginn", urteilt Roman Gaiser, Leiter des Hochzinsbereichs für Europa, Nahost und Afrika bei Columbia Threadneedle. Der Fondsanbieter ist insgesamt defensiv positioniert, stockt aber seinen Bestand an Zinspapieren auf, die zuvor zu teuer erschienen.

Zu den Kaufgelegenheiten, die die Anlageprofis identifiziert haben, gehören auch Anleihen, die von Investment Grade auf "Ramschstatus" herabgestuft wurden. "Angesichts der wahllosen Verkaufswelle am Markt im März wollen wir nach dem jüngsten Kurseinbruch auch einige gefallene Engel und Papiere mit höherem Rating zukaufen", erklärt Gaiser. Er ist überzeugt: Die Erträge dieser Titel werden die Anlagerisiken angemessen kompensieren.

Zyklische Branchen leiden besonders stark
Generell will sich Columbia Threadneedle weiterhin auf erstklassige Zinspapiere fokussieren. "Anleihen von minderer Qualität werden durch höhere Ausfallraten in zyklischen Sektoren belastet sein", prognostiziert Gaiser. Die größten Probleme sieht er in Branchen heraufziehen, denen der Ölpreisverfall und die Anti-Corona-Maßnahmen besonders stark zu schaffen machen – etwa die Energie- und die Transportindustrie.

Wegen der jüngsten Marktverwerfungen bemühen sich die Columbia-Threadneedle-Experten, soweit möglich die Kreditqualität ihrer Anleihestrategie insgesamt zu verbessern, indem sie in bonitätsstärkere Bonds umschichten. Dabei haben sie hauptsächlich Titel mit einem Rating von mindestens BB im Blick. (fp)