Der Hamburger Finanzdienstleister Netfonds hat bislang keine dramatischen Einbrüche seines Geschäfts hinnehmen müssen. Im ersten Quartal dieses Jahres waren "bisher nur marginale Auswirkungen auf den Geschäftserfolg der Netfonds-Gruppe zu verzeichnen", teilt das börsennotierte Unternehmen anlässlich der Vorlage seiner vorläufigen Zahlen für das Jahr 2019 mit. "Das Neuantragsvolumen liegt aktuell über alle Sparten hinweg auf oder über dem Vorjahresniveau", so das Unternehmen, das einen Maklerpool und ein Haftungsdach betreibt.

Bei den Investmentdepots sei sogar eine deutliche Steigerung zu verzeichnen – die Zahl der Neuanträge liege circa 70 Prozent über dem Vergleichswert des Vorjahreszeitraums. Zur Einordnung ist allerdings wichtig zu wissen, dass das erste Quartal 2019 ebenfalls kein einfaches war: Ende 2018 waren die Börsen eingebrochen, was viele Anleger monatelang verunsicherte. Der jüngste Ausverkauf nahm Ende Februar 2020 seinen Lauf, die ersten beiden Monate dieses Jahres liefen an der Börse noch rund. Gut möglich also, dass die Auswirkungen des Corona-Crashs in den Zahlen der Finanzdienstleistungsbranche eher im zweiten Quartal sichtbar werden.

Wachstum in allen Geschäftsbereichen
Für das laufende Geschäftsjahr 2020 geht der Netfonds-Vorstand laut Mitteilung "trotz der aktuell krisenhaften Situation der gesamten Wirtschaft von einer weiterhin soliden Entwicklung des Geschäftsvolumens aus". Eine konkrete Prognose möchte das Unternehmen jedoch nicht veröffentlichen, da aus heutiger Sicht "keine zuverlässige Mittelfristplanung möglich" sei.

Das abgelaufene Jahr 2019 lief jedenfalls sehr gut, wie die vorläufigen, noch ungeprüften Geschäftszahlen des Hamburger Konzerns zeigen. "Das Wachstum unserer Unternehmensgruppe hat während des vergangenen Jahres von Quartal zu Quartal weiter Fahrt aufgenommen", lässt sich Netfonds-Vorstandschef Karsten Dümmler zitieren.

Summe des betreuten Vermögens steigt um ein Fünftel
Der Brutto-Konzernumsatz stieg der Mitteilung zufolge um 22,3 Prozent auf 114,5 Millionen Euro, der Netto-Umsatz erhöhte sich um 23,7 Prozent auf 25 Millionen Euro. Die Summe des betreuten Vermögens legte inklusive "Fonds Advisory" um 20,7 Prozent auf 14,6 Milliarden Euro zu.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) lag mit 2,3 Millionen Euro um 63 Prozent über dem Vorjahreswert. Die Rohertragsmarge betrug 21,8 Prozent und übertraf damit das intern gesetzte Ziel von 20 Prozent. Der geprüfte Jahresabschluss soll am 25. Mai veröffentlicht werden. Dann lässt sich auch eine Aussage über das Nachsteuerergebnis treffen. (bm)