Aktien bleiben noch auf Jahre hinaus das attraktivste Investment. Davon zeigte sich "Börsenprofessor" und Bestsellerautor Max Otte auf dem FONDS professionell KONGRESS in Mannheim überzeugt. Es würde ihn nicht erstaunen, wenn der Dax schon im kommenden Jahr einen Stand von 12.000 Punkten erreichen würde, sagte er. Er selbst als Value-Investor ziehe sich jedoch langsam eher vom deutschen Aktienmarkt zurück. Woanders finde er günstigere Titel.

Otte ist nicht nur als Autor und Dozent gefragt, sondern versucht sich seit einigen Jahren auch durchaus erfolgreich als Fondsmanager. Der im März 2008 aufgelegte PI Global Value Fund verwaltet inzwischen 170 Millionen Euro und zählt zu den besten vermögensverwaltenden Mischfonds. Beraten wird der Fonds von Ottes Team der Privatinvestor Verwaltungs AG in Zug. Persönlich als Fondsberater tritt Otte beim Max Otte Vermögensbildungsfonds AMI in Erscheinung. Dieser im Juli 2013 bei Ampega aufgelegte Fonds konnte binnen sechs Monaten schon rund 50 Millionen Euro einsammeln, er ist – anders als der Liechtensteiner PI-Fonds – nur in Deutschland zum Vertrieb zugelassen.

Oktoberfestbier-Gold-Quote
Otte begann seinen Vortrag im restlos gefüllten Saal mit einer Einschätzung zur Schuldenkrise. "Mit Glück sind wir in fünf oder sieben Jahren raus der Misere", sagte er. Solange halte die finanzielle Repression wohl an, die Sparer würden also sukzessive enteignet, damit die Staaten ihre Haushalte sanieren könnten. "In einem solchen Umfeld bleibt Anlegern nichts anderes übrig als zu investieren", so Otte. Erste Wahl seien Sachwerte, vor allem Aktien, aber auch Rohstoffe und Gold.

Gold bezeichnete Otte als "interessant". "Wer noch nicht genug davon hat, kann jetzt durchaus kaufen." Er verwies unter anderem auf die von ihm berechneten Oktoberfestbier-Gold-Quote: "Derzeit bekommen Sie für eine Feinunze Gold 88 Liter Bier auf dem Oktoberfest. Das entspricht etwa dem langfristigen Schnitt."

Billige Aktien findet Otte in Südeuropa – und in Österreich
Bei der Suche nach billigen Aktien wird Otte nach wie vor in Griechenland, Spanien und Portugal fündig, aber auch in Österreich und den Niederlanden. Der Dax dagegen sei inzwischen fair bewertet, also weder überteuert noch besonders günstig. "Wenn internationale Investoren in Europa investieren, gehen sie nach Deutschland", sagte Otte. Kleinere Länder wie Österreich hätten sie dagegen nicht auf dem Radar. Darum seien die Aktien dort im Schnitt noch günstiger bewertet.

Einen Blick hat Otte auch auf ausgewählte Schwellenländer geworfen. "Zum ersten Mal seit sieben Jahren schaue ich mir Aktien aus den Emerging Markets an", sagte er. Dank des Kursverfalls seien viele Titel inzwischen sehr günstig zu haben, unter anderem in Brasilien und Russland. (bm)