Gegen die Geschäftsführung und Verwaltung des DCM Renditefonds 12 regt sich Widerstand. Eine Gruppe von Anlegern dieses geschlossenen Immobilienfonds will auf eigene Initiative eine außerordentliche Gesellschafterversammlung einberufen. Die Fondsgesellschafter haben vor kurzem Post vom Verein "IG-DCM e.V." mit einem entsprechenden Antrag erhalten. In dem Schreiben, das FONDS professionell anonym zugespielt wurde, beklagt der Unterzeichner Jan Elsner, dass seitens der Fondsgeschäftsführung keine Informationen an die Anleger fließen würden. Wörtlich heißt es: "Weder Beirat noch Geschäftsführung erteilen seit dem letzten, Besorgnis erregenden Rundschreiben im Mai 2013 weitere Informationen darüber, was im Jahr 2013 passiert ist."

Geschäftsführer des Immobilienfonds ist Johann Deinböck, der Gründes des Emissionshauses DCM AG ist, das aus der 1986 von Deinböck gegründeten Deinböck KG hervorging und im Frühjahr 2013 Insolvenz anmeldete (FONDS professionell ONLINE berichtete). Die Fondsverwaltung obliegt der Pronovi Fondsverwaltungs GmbH, die im April 2013 gegründet wurde. Deren Geschäftsführer Matthias Meyer war viele Jahre in führenden Funktionen bei der DCM AG tätig und dort unter anderem Geschäftsführer DCM Fondsverwaltungs GmbH, die Anfang 2013 vor Ausbruch des bundesweiten Skandals um die Frankfurter S&K Gruppe in MCS Fondsverwaltungs GmbH umgewandelt wurde.

Unklarer Verlauf der Immobilientransaktion
Die Gesellschafter des Immobilienfonds haben Ende 2012 auf Betreiben der Geschäftsführung, der Fondsverwaltung und des Fondsbeirats den Verkauf der vier deutschen Fondsimmobilien beschlossen. Die Veräußerung sollte im "Laufe des Jahres 2013" stattfinden. Hintergrund für den Verkaufsbeschluss waren "erhebliche Wechselkursverluste beim Schweizer Franken-Darlehen und die hierdurch gebrochenen Darlehensbedingungen", die den Fonds in eine "existenzbedrohende Situation" gebracht haben sollen. Ein wirtschaftliche Sanierung des Fonds sah die Geschäftsleitung aufgrund von Vermietungsproblemen als nicht umsetzbar an. 

Ob und wann die Immobilien nach dem entsprechenden Anlegervotum verkauft wurden, ist nicht bekannt und wurden Anlegern offenbar nicht kommuniziert. Eine Anfrage bei der Geschäftsleitung ist bislang unbeantwortet geblieben. Die Anlegerinitiative will nun herausfinden, wie es um den Fonds steht. "Seit Jahren versuchen wir, Einsicht in die Geschäftsunterlagen und Auskunft über das bisherige und weitere Vorgehen der Geschäftsführung zu erlangen", heißt es in dem Rundschreiben des IG-DCM e.V.

Anleger sollen neue Kontrolleure wählen
Außerdem sei den Anlegern für das Geschäftsjahr 2012 noch kein Jahresabschluss vorgelegt worden. Der Anlegerverein will nun im Rahmen einer außerordentlichen Gesellschafterversammlung den Fondsbeirat neu wählen und einen Besonderen Vertreter gemäß § 30 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) wählen lassen. Zum Besonderen Vertreter soll der Jurist Florian Lechner bestellt werden; er ist nach eigenen Angaben Unternehmensberater und Geschäftsführer der Trio Management GmbH.

Der im Jahr 2000 aufgelegte Fonds leidet nicht nur unter der Fremdfinanzierung, sondern vor allem unter schwachen Einnahmen. Insbesondere seit dem Jahr 2006 weichen die Einnahmen stark negativ ab. Rund 1.700 Anleger haben in den Fonds 52,6 Millionen Euro Eigenkapital investiert. Das prospektierte Fondsvolumen betrug etwa 131 Millionen Euro. Der Fonds hatte fünf Büro- beziehungsweise Handelsimmobilien in Hamburg, Bremen, Bremerhaven, Hannover und Köln-Frechen finanziert. (ae)