Rund 1.600 Teilnehmer, darunter namhafte Stifter sowie Vertreter der Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft, kamen zum Deutschen StiftungsTag, dem größten Stiftungskongress in Europa, nach Düsseldorf. Eine schriftliche Grußbotschaft sandte Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel an die Teilnehmer mit dem Inhalt, dass sich in Stiftungen der Wert der Zivilgesellschaft zeige, die ihren Wohlstand nutze, um gesellschaftliche und auch wissenschaftliche Innovationen anzustoßen und Gemeinsinn zu schaffen. Dafür sei allen Stifterinnen und Stiftern zu danken.

>> zur Fotogalerie

Dr. Wilhelm Krull, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen, erklärte auf der Pressekonferenz zur Eröffnung, wie vielfältig das Engagement von Stiftungen sei. Das zeige die Bandbreite der rund 90 Veranstaltungen. Hier fänden sich eine Reihe innovativer Ideen für eine Stärkung des Gemeinwesens: von der Einbindung von Kindern in Förderentscheidungen, über die wirkungsorientierte Vermögensanlage in innovative Social Entrepreneurs, über die Rolle von Sport- und Sozialstiftungen für die Inklusion bis hin zur Frage, welche Verantwortung Stiftungen in der europäischen Zivilgesellschaft übernehmen könnten.

Niedrigzinsumfeld sorgt für Probleme
Krull erinnerte, dass trotz Finanzkrise Tag für Tag mehr Stiftungen neu errichtet wurden und werden. Das konservative Anlageverhalten deutscher Stiftungen sorgte für mehr Sicherheit und Nachhaltigkeit. Allerdings gelingt es der Mehrzahl der Stiftungen immer weniger, ihr Vermögen nicht nur nominal, sondern auch real – also inflationsbereinigt – zu erhalten. Das Kernproblem der meisten Stiftungen liege am Niedrigzinsniveau. Laut Krall sei die aktuelle Situation für die meisten Stiftungen ungewöhnlich schwierig, weil "sichere" Wertpapiere oft nicht einmal einen Ertrag in Höhe der Inflation bringen. Mit jeder Neuanlage eines Teils des Vermögens beim Fällig werden auslaufender Wertpapiere sinken die verwendbaren Fördermittel. Problem: Die Verwaltungskosten können meist nicht im gleichen Maße gesenkt werden, sodass bei absolut gleichbleibenden oder nur leicht sinkenden Verwaltungkosten deren prozentualer Anteil an den Ausgaben der Stiftung steigt.

Prof. Dr. Hans Fleisch, Generalsekretär des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen, ergänzte: "Hier in Düsseldorf zollen wir denjenigen Respekt und Anerkennung, die mit ihrem Vermögen Gutes tun und Verantwortung übernehmen für ein solidarisches Gemeinwesen."