Der Internetdirektvertrieb Dima24 gehört seit kurzem der RW Capital Invest GmbH von Renate Wallauer. Verkäufer ist der Gründer und bisherige Eigentümer Malte Hartwieg (FONDS professionell ONLINE berichtete). "Er zieht sich mit dem Verkauf vollkommen aus dem Unternehmen zurück", teilt Dima24 in einer Pressemitteilung vom heutigen Mittwoch mit. Wallauer und ihr Geschäftspartner, Prokurist Frank Schuhmann, wollen die Vertriebsplattform transparenter machen, aber weiterhin auf alternative Investments ausgerichtet lassen. 

Alte Dima24 GmbH wird zur Hülle
Für die bisherigen Dima24-Kunden ist der Eigentümerwechsel wahrscheinlich keine gute Nachricht. Nach eigener Aussage haben Wallauer und Schuhmann, die Vertriebsplattform durch einen Management-Buyout aus der bisherigen Eigentümergesellschaft herausgekauft. Auf Nachfrage von FONDS professionell ONLINE richtet die Dima24-Pressesprecherin Miriam Wolschon (Agenur Red Robin) im Auftrag von Wallauer aus, dass es sich bei der Transaktion um einen Assetdeal handle, bei dem die neue Gesellschaft unter anderem die Datenbank, den Kundenstamm und die Rechte zur Nutzung der Marke "Dima" erworben habe.

Das bedeutet: Die alte Firma wurde nicht in die neue Betreibergesellschaft transferiert und dann umgewandelt, sondern hat das operative Geschäft laut Wolschon gegen eine Einmalzahlung an Wallauer verkauft. Demzufolge dürften in der bisherigen Gesellschaft Dima24.de Anlagevermittlung GmbH keine Vermögensgegenstände bleiben und die alten Firma zu einer wertlosen Hülle werden. Dadurch könnten Schadensersatzforderungen, die Anleger gegen Dima24 stellen, bei den Dima24-Gesellschaften nicht mehr eingetrieben werden. 

Anlegerklagen nimmt die neue Dima24-Führung gelassen
Zahlreiche Zeichner von geschlossenen Fonds der Emissionshäuser Selfmade Capital und NCI New Capital Invest, die Malte Hartwieg gehören und wegen ausbleibender Auszahlungen an die Anleger unter Druck stehen, wollen gegen Dima24 vorgehen (FONDS professionell ONLINE berichtete). Hartwieg hatte seine Fonds über seine Vertriebsplattform verkauft, ohne in den Verkaufsunterlagen auf die Verflechtungen der Gesellschaften hinzuweisen. Schadensersatzforderungen von Kunden, die noch unter der alten Dima24-Eigentümerstruktur Investments getätigt hatten, sieht Wallauer gelassen. "Die neue Gesellschaft vertraut auf die deutschen Gerichte", lässt Wolschon wissen.

Nach dem Eigentümerwechsel steht das Moratorium, dass Hartwieg den Anlegern von Selfmade Capital und NCI, vorgeschlagen hat, unter einem neuen Licht. Wie FONDS professionell ONLINE berichtete hat Hartwieg die Investoren in der vergangenen Woche gebeten, bis Ende dieses Jahres auf Forderungen gegen ihn, Dima24, die Emissionshäuser und die Fonds zu verzichten beziehungsweise die Forderungen ruhen zu lassen. Der Vertriebsprofi und Fondsinitiator begründete das vorgeschlagene Stillhalteabkommen damit, dass die Aufklärung der Vorgänge in den Fonds von Selfmade Capital und NCI noch einige Zeit in Anspruch nehmen werde (FONDS professionell ONLINE berichtete). 

Vertriebsplattform wechselte schon einmal den Besitzer
Eine Anfrage von FONDS professionell ONLINE zu den Details des Management-Buyouts bei dem juristischen Vertreter Hartwiegs, Rechtsanwalt Werner Klumpe, ist bis zur Stunde unbeantwortet geblieben. Fest steht indes, dass Hartwieg schon einmal die Betreibergesellschaft von Dima24 gewechselt hat. Ende 2012 übernahm die Dima24.de Anlagevermittlung GmbH die Vertriebsplattform von der Dima24.de Anlageberatung GmbH, die ebenso wie de Dima24.de Vermögensberatung GmbH aufgelöst wurde. Kurz davor, im Oktober 2012, hatten sich die Dima24.de Anlageberatung GmbH und die Selfmade Capital mit einem klagenden Anleger vor dem Landgericht München verglichen. Die beklagten Parteien haben von dem Anleger seinen Anteil am geschlossenen Fonds Emirates 5 von Selfmade Capital zurückgekauft (Az. 22 O 333/12, LG München). (ae)