Morningstar hat dem Verkaufsschlager Ethna-Aktiv E die Note "Neutral" verpasst. Das teilt das Analyseunternehmen auf seiner Webseite mit. Nach "Gold", "Silber" und "Bronze" entspricht dies der viertbesten von insgesamt fünf Noten. Das Rating ist laut Morningstar-Analystin Barbara Claus vor allem im pragmatisch gehandhabten Ansatz des Fonds begründet, der den Managern weitgehend freie Hand lässt, sowie im starken Anstieg des verwalteten Volumens. "Wir wollen uns zunächst an der Seitenlinie positionieren. Uns fehlt derzeit noch die Überzeugung, dass sich die guten Ergebnisse der Vergangenheit ohne weiteres in die Zukunft fortschreiben lassen."

Seit seiner Auflegung im Jahr 2002 erzielte der Ethna-Aktiv E unter den Fondsmanagern Luca Pesarini, Arnoldo Valsangiacomo und Guido Barthels (ab 2008) große Erfolge. Mit einem Vermögen von rund 6,6 Milliarden Euro (über alle Fondstranchen) ist er zu einem der beliebtesten Fonds im deutschsprachigen Raum avanciert. Und das mit gutem Grund: Der Ethna-Aktiv E erzielte über einen Zeitraum von zehn Jahren eine annualisierte Rendite von 7,6 Prozent. Seit 2008 findet sich der Fonds mit einer einzigen Ausnahme in jedem Jahr unter den besten 25 Prozent der Morningstar-Vergleichsgruppe "Mischfonds EUR defensiv – Global".

Laut Morningstar liefert der Fonds aktuell "nicht genügend Anhaltspunkte, dass er in der Lage ist, auf lange Sicht überdurchschnittliche risikoadjustierte Erträge zu erzielen". Dies mag angesichts der bisherigen Ergebnisse überraschend sein, spiegle aber die integrierte Betrachtung aller Bewertungspfeiler der Analysten wider, heißt es. Positiv wurde neben der Performance das Fondsmanagement bewertet, neutral der Investmentprozess. Die Anlagestrategie lasse den erfahrenen Fondsmanagern große Freiheiten und sei dadurch auch mit Risiken behaftet.

Potenzielle Interessenskonflikte
Eine negative Beurteilung erfolgte hinsichtlich der Gebühren und der Fondsgesellschaft. Mit Fixkosten von 1,82 Prozent und einer Erfolgsgebühr von 20 Prozent auf alle Erträge über fünf Prozent per annum gehöre der Fonds laut Morningstar zu den teuersten in seiner Kategorie. In Sachen Fondsgesellschaft begründen die Analysten ihre vorsichtige Einschätzung mit potenziellen Interessenskonflikten auf der Aktienseite.

Wörtlich heißt es dazu: "Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass der Ethna-Aktiv E Aktien einer Immobiliengesellschaft aus dem Micro-Cap-Segment hält, bei der Fondsmanager Luca Pesarini im Aufsichtsrat sitzt und zudem privat investiert ist. Dies könnte mögliche Interessenkonflikte bergen, so dass wir die Aufgabe des Mandats bzw. die Veräußerung der Aktien begrüßen würden. Luca Pesarini hat uns gegenüber seine Absicht geäußert, das Aufsichtsratsmandat auf Sicht der nächsten 1,5 Jahre aufzugeben." (dw)