Nicht der Streit um das Budget und die Schuldenobergrenze in den USA, sondern China sollte der Investorenwelt Sorgen machen – sagt Marc Faber. In einem Interview gegenüber dem Finanzinformations-Dienstleister "Citywire" verlieh der Starinvestor seiner Sorge um die sich anhäufenden Schulden der Volksrepublik Ausdruck: China steuere immer wahrscheinlicher auf eine Krise zu, es sei nur eine Frage der Zeit. Faber schätzt den Zeitraum, in dem sich die Krise ausbreitet, auf ungefähr ein Jahr.

Faber ist einer der meist zitierten Finanzprofis der Welt. Das liegt vor allem daran, dass er in der Vergangenheit schon einige Male richtig gelegen hat, etwa hat er die Asienkrise oder das Platzen der Technologie-Blase richtig prognostiziert. Faber ist aber sicherlich nicht ohne Vorsicht zu genießen, so hat er entgegen der neuesten Warnungen vor ein paar Tagen noch den Aufstieg Chinas gelobt und den Renminbi als einen ernstzunehmenden Konkurrenten für den US-Dollar bezeichnet (FONDS professionell berichtete).

China wächst nur vier Prozent jährlich
Eindeutig dürfte jedoch seine Haltung gegenüber Unternehmen aus Festlandchina sein. Die guten Unternehmen seien bereits teuer, und die schlechten seien so schlecht, dass er sie nicht haben wolle, sagte er. Gegenüber Citywire wiederholte Faber, dass er außerdem das Wirtschaftswachstum bei weitem nicht so hoch einschätze als offiziell von den Behörden vorgerechnet wird. China wachse derzeit ungefähr vier Prozent jährlich – die offizielle Rate liegt bei 7,8 Prozent.

So investiert Marc Faber sein Geld
Außerdem verriet Faber, wie er sein Portfolio aktuell positioniert hat: Er halte weiterhin 25 Prozent seines Vermögens in Aktien, 25 Prozent in Gold und ebenso viel in Anleihen wie in Immobilien, so der Starinvestor. Den Großteil der Aktien- und Anleihenpositionen seien in den aufstrebenden Schwellenmärkten veranlagt. (dw)