Die Vermögenspreise sind seit dem ersten Quartal 2015 im Schnitt um 22,6 Prozent gestiegen, die Verbraucherpreise in Deutschland hingegen nur um 6,4 Prozent und das nominale Bruttoinlandsprodukt bloß um 14,6 Prozent. Das geht aus dem soeben veröffentlichen "Vermögenspreisindex" des Flossbach von Storch Research Institute hervor.

"Wer Anfang 2015 einen Euro zur Vermögensbildung beiseitelegte, kann sich Ende des zweiten Quartals 2019 damit Konsumgüter im Wert von 1,15 Euro kaufen", rechnen die Experten des Analysehauses, das zum Kölner Vermögensverwalter Flossbach von Storch (FvS) gehört, vor. Wer dagegen einen Euro auf das zinslose Girokonto einzahlte oder in bar aufbewahrte, habe sich dafür nur noch Konsumgüter im Wert von 94 Cent kaufen können. "Wer im gleichen Zeitraum einen Verdienst erhielt, dessen Wachstum dem des nominalen Bruttoinlandsprodukts entspricht, kann sich nach der gleichen Rechnung nun Konsumgüter in Höhe von 1,08 Euro leisten", so die Autoren.

"Fallende Zinsen sind der Haupttreiber"
Die Analysten begründen den überproportionalen Anstieg der Kaufkraft von Vermögenswerten mit dem Verfall der Zinsen. "Fallende Zinsen sind der Haupttreiber der steigenden Vermögenspreise", betont das Institut.

Der Vermögenspreisindex spiegelt die Preisentwicklung des Sach- und Finanzvermögens deutscher Haushalte wider. Zum Sachvermögen zählen die FvS-Analysten neben Immobilien- und Betriebsvermögen auch langlebige Verbrauchsgüter sowie Sammel- und Spekulationsobjekte. Das Finanzvermögen unterteilt sich in Aktien, Anleihen, Spar- und Sichteinlagen sowie in "sonstige Finanzwerte". (bm)