Der Sondertarif der DWS TopRente, der auf Initiative des DIA aufgelegt worden ist, enthält weder Vertriebskosten noch Verwaltungsgebühren. Er wurde für Hartz-IV-Empfänger und Arbeitnehmer mit einem Netto-Jahreseinkommen unter 11.000 Euro (Mindestalter 30 Jahre) konzipiert, wie das DIA in einer Pressemitteilung schreibt.

„Mit lediglich fünf Euro eigenem Beitrag im Monat erhält zum Beispiel eine alleinerziehende Hartz-IV-Empfängerin mit einem Kind im Jahr 454 Euro staatliche Zulage, die wegen der abgesenkten Kosten in vollem Umfang wirksam werden“, schilderte Frank Breiting, Leiter private Altersvorsorge bei DWS Investments, ein Beispiel, wie auch Geringverdiener oder Grundsicherungsempfänger mit einem Riester-Vertrag sich eine ergänzende Altersvorsorge aufbauen können. Bei einer Laufzeit von 37 Jahren summieren sich die Zulagen auf 12.598 Euro, wofür insgesamt lediglich ein Eigenbeitrag von 2.220 Euro aufgebracht werden muss. „Wir wollen für jene Gruppe der Bevölkerung, die ergänzende Altersvorsorge wegen ihrer geringen Rente am nötigsten hat, den Zugang zu einer eigenen Vorsorge erleichtern“, erklärte Breiting. „Unter den Geringverdienern ist die Riester-Rente im Vergleich zur gesamten Bevölkerung bislang nur unterdurchschnittlich verbreitet.“

„Riestern lohnt sich“
Professor Thomas Dommermuth von der Hochschule Amberg Weiden rechnete in seinem Vortrag auf dem DIA-Forum vor, dass sich – anders als in der öffentlichen Diskussion häufig behauptet – Riester-Sparen durchaus lohnt. Die Renditeberechnungen müssen sich seiner Auffassung nach auf den Eigenbeitrag des Sparers beziehen. Eine Berechnung, bei der die Eigenbeiträge zusammen mit den staatlichen Zulagen zugrunde gelegt werden, widerspreche der Methodik der Investitionsrechnung, bei der die verfügbare Leistung ins Verhältnis zum effektiven Kapitaleinsatz gesetzt wird.

„Vorsorgekonto“ als zusätzliche kapitalgedeckte Altersvorsorge
Über eine zusätzliche kapitalgedeckte Altersvorsorge im System der gesetzlichen Rentenversicherung diskutierte Heiko Rastätter, Referatsleiter bei der Rentenversicherung Baden-Württemberg, mit den Teilnehmern des DIA-Forums. Mit dem „Vorsorgekonto“, für das es bislang allerdings nur eine Modellskizze gibt, wäre zum Beispiel der Rückkauf von Abschlägen auf die Altersrente oder die Zahlung einer Zusatzrente möglich. Das Vorsorgekonto würde bei einer eigenständigen Gesellschaft unter der Trägerschaft der gesetzlichen Rentenversicherung geführt. Für die Kapitalanlage stünde unter diesen Bedingungen jedoch nur der eingeschränkte Kreis von Anlageinstrumenten zur Verfügung, den das Sozialgesetzbuch IV zulässt.

Opting-out-Systeme in der bAV
Wie mit Hilfe von Opting-out-Systemen in der betrieblichen Altersversorgung eine größere Verbreitung erreicht werden kann, skizzierte Michael Oliver Skudlarek, Leiter Produktmarketing der Kölner Pensionskasse VVaG. Opting-Out-Modelle könnten für die Beschäftigten ein-kommensneutral eingerichtet werden, weil die Einzahlungen aus dem Bruttoeinkommen fließen und daher Steuern und Sozialabgaben gespart werden. Wolfgang Gründinger, Sprecher der Stiftung für die Rechte zukünftiger Generationen, beleuchtete die Konzepte gegen Altersarmut aus der Sicht der jungen Menschen. CDU-Bundestagsabgeordneter Jens Spahn erläuterte, welche Rolle das Thema Alterssicherung im anstehenden Bundestagswahlkampf einnehmen wird.

„Eigenverantwortete Altersvorsorge ist freiwilliger Konsumverzicht, zu dem der Staat die Bürger auffordert und dabei fördert. Dieser Verzicht darf nicht durch unbedachte Eingriffe an anderer Stelle später bestraft werden“, erklärte DIA-Sprecher Klaus Morgenstern. Daher dürfe eigene Vorsorge auf die Grundsicherung im Alter nicht angerechnet werden. Auch bei der geplanten Finanztransaktionssteuer müsse für die Altersvorsorge eine Lösung gefunden werden, weil anderenfalls durch die Steuer bei Umschichtungen in der Kapitalanlage die künftigen Renten um bis zu fünf Prozent sinken.

„Bislang war immer angenommen worden, dass wegen der langen Laufzeiten und geringer Umschlaghäufigkeit die kapitalgedeckte Altersvorsorge von der Finanztransaktionssteuer kaum betroffen sein wird. Das stimmt allerdings nicht, wie Untersuchungen unlängst zeigten“, gibt Morgenstern zu bedenken. Betroffen sind nicht nur die privaten Rentenversicherungen, sondern auch die betriebliche Altersversorgung, die berufsständischen Versorgungswerke und zum Teil die Zusatzversorgungskassen des öffentlichen Dienstes. (jb)