Kaum ein Ereignis hat Anleger im vergangenen Jahr so in Atem gehalten wie der schwelende Handelsstreit zwischen den USA und China. Rund um den Globus fürchteten sich Investoren vor einer Eskalation der protektionistischen Maßnahmen. Sonal Desai, Chefanlagestrategin bei Franklin Templeton, mahnt dagegen zur Ruhe. Die wirtschaftlichen Folgen von Handelskriegen seien in der Regel weitaus weniger schlimm, als viele Investoren befürchten.
 
Das zeigen auch die jüngsten Auseinandersetzungen zwischen US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatsoberhaupt Xi Jinping. Zwar verlangsamte sich der Welthandel 2018. "Hier machte sich jedoch das sehr starke Vorjahr bemerkbar", sagt Desai. 2017 legte der Welthandel um 4,7 Prozent zu – mehr als drei Mal so viel wie im Jahr zuvor. "Das Tempo von 3,3 Prozent im vergangenen Jahr ist im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 2012 bis 2016 immer noch gut", so die Anlagestrategin.

Handelskriege lassen Weltwirtschaft kalt
Auch die Folgen für das globale Wachstum waren überschaubar. Obwohl sich der Welthandel verlangsamte, wuchs die Weltwirtschaft im vergangenen Jahr mit 3,7 Prozent in etwa genauso stark wie im Vorjahr. "Weder die Angst vor Handelskriegen noch die aktuelle Verlangsamung der Handelsströme reichen aus, um die globale Wirtschaftsaktivität auszubremsen", folgert die Anlagestrategin. (fp)