In der Mainzer Landstraße 123 in Frankfurt hat ein neuer Spieler am deutschen Asset-Management-Markt sein Büro. Die Rede ist von der im Sommer vergangenen Jahres gegründeten Concord Investment Solutions, für deren Mischfonds Concord low eVaR Global (ISIN Retail-Tranche: DE000A12GC48) Ende Februar die Zeichnungsphase endet.

Concord Investment Solutions gehört zur inhabergeführten Concord-Gruppe. Ihr Geschäftsführer Rainer Ottemann ist seit August 2014 an Bord, nachdem er die Vertriebsgesellschaft Max.xs verlassen hatte. Sein neues Unternehmen soll Vertriebsservice für Fondsgesellschaften anbieten und eigene Investmentlösungen entwickeln. Die Schwestergesellschaft ist die Concord Capital, die im Bereich Kapitalmarktfinanzierung und Börseneinführungen tätig ist. Sie ging 2005 aus der Concord Effektenbank hervor, nachdem Unternehmensvorstand Mathias Schmid den Bereich Corporate Finance per Management-Buyout übernommen hatte.

Verfahren aus der Extremwertstatistik
"Anleger suchen Rendite. Aktuell ist dies nur mit Aktien möglich. Allerdings sind die Drawdowns ein großes Problem", sagte Ottemann gegenüber FONDS professionell ONLINE zu den Hintergründen für die Fondslancierung. "Vor allem die extremen Drawdowns werden in den gängigen Investmentansätzen systematisch unterschätzt." Dabei gebe es bereits ein Modell zur Steuerung bzw. Berechnung extremer Risiken an den Finanzmärkten: Entwickelt hat das quantitative Verfahren aus der Extremwertstatistik, häufig auch Extremwerttheorie (Extreme-Value-Theory oder eVaR) genannt, vor einigen Jahren der im norddeutschen Buxtehude ansässige Risikomanagement-Provider RC Banken Gruppe.

Bereits bestehende Kontakte zu RC-Manager Frank Schmielewski führten zur einer Kooperation mit Concord Investment Solutions, um das quantitative Modell zur Grundlage eines Fonds zu machen. "Wir sind damit die ersten, die dieses eVaR-Modell auf einen Mischfonds anwenden", berichtet Ottemann weiter, der gemeinsam mit Richard Bergmann-Korn die Kundenbetreuung für institutionelle und semi-institutionelle Kunden wie Vermögensverwalter oder Family Offices, aber auch freie Berater verantworten wird. Zudem werde der Fonds, dessen Kapitalverwaltungsgesellschaft die Universal-Investment und dessen Fonds-Advisor der Vermögensverwalter TAM aus dem norddeutschen Rellingen sind, ab März auf allen Fondsplattformen freigeschaltet.

"Aufbauende Marktrisiken frühzeitig erkennen"
Der Concord low eVaR Global besteht aus einem Aktien- und einem Rentenanteil, wie Capital Investment Solutions in einer Pressemitteilung schreibt. Zunächst wird anhand des globalen eVaR-Wertes die Aufteilung auf Aktien und Renten festgelegt. Für den Aktienanteil werden aus dem globalen Aktienuniversum die etwa 5.000 hoch-liquiden Titel beobachtet. Diese werden auf ihre Anfälligkeit für Extremrisiken untersucht, die 50 Aktien mit dem niedrigsten eVaR-Wert nimmt das Team schließlich gleichgewichtet ins Portfolio auf. Alle drei Monate erfolgt ein Rebalancing, sofern das tägliche Monitoring keine Reduzierung der Aktienquote um mehr als fünf Prozent erforderlich macht.

Diese Aufteilung auf Aktien und Renten erfolgt mit einem Risikobudget, das einem eVaR-Wert von vier Prozent entspricht. Das heißt: Mit 99-prozentiger Wahrscheinlichkeit wird der maximale Verlust im Portfolio binnen zehn Handelstagen nie mehr als vier Prozent betragen. Der Aktienanteil darf nur so hoch sein, dass dieses Risikobudget insgesamt nicht überschritten wird. In Zeiten steigender eVaR-Werte sinkt also die Aktienquote im Concord low eVar Global, bei sinkenden eVaR-Werten steigt sie.

"Dieser Investmentansatz ermöglicht es uns im Gegensatz zur marktüblichen Betrachtung, sich aufbauende Marktrisiken frühzeitig zu erkennen", so Ottemann. Das Konzept arbeite strikt regelbasiert und prognosefrei, Titelselektion und Portfoliokonstruktion beruhten auf zeitnahem Massenscreening von bestehenden oder sich aufbauenden Extremrisiken. (jb)