Die schlechten Nachrichten aus der Türkei und Venezuela sorgen zwar für Schlagzeilen, können der Entwicklung von Schwellenländeraktien jedoch nicht wirklich gefährlich werden, erklärt der Fondsanbieter GAM. "Beide Länder haben nur geringes Gewicht im MSCI EM Index und sind effektiv unbedeutend, solange es nicht zu einer Ausweitung auf andere Märkte kommt", sagt Tim Love, Fondsmanager bei GAM. Die Titel zeigten sich auch gegenüber dem starken US-Dollar relativ unempfindlich. Vorsicht gelte aber nach wie vor bei den Lokalwährungen, die für eine weitere Aufwertung des Dollars anfällig seien.

Ende August erreichten Schwellenländeraktien ihren Tiefpunkt und fielen um ganze 20 Prozent von ihrem Höchstwert im Januar 2018. Solche Kursbewegungen können jedoch einen attraktiven Einstiegspunkt darstellen, sagt Love – zumal die aktuellen Bewertungen von Emerging-Markets-Aktien durchaus attraktiv seien. "Sollten die Märkte weltweit einen Dämpfer erhalten, würden Schwellenländeraktien zwar nach unten rutschen, aber unserer Meinung nach nicht im größeren Ausmaß als ihre Pendants in den Industrieländern", so Love.
 
Mehr als ein optionales Extra
Die Zeiten, in denen Schwellenländeraktien als optionales Extra für einen gewissen zusätzlichen Beta-Kick angesehen wurden, gehören aus Sicht des Fondsmanagers eindeutig der Vergangenheit an: "Es ist nur eine Frage der Zeit, bevor globale Anleger damit beginnen, in angemessenem Umfang im Universum der Schwellenländer anzulegen, um dieser Philosophie-Änderung Rechnung zu tragen." (fp)